Er war schon zu Zeiten der Punk-Explosion unbequem – und daran hat sich bis heute nichts geändert: John Lydon, vielen noch als Johnny Rotten von den Sex Pistols bekannt, bringt mit Public Image Ltd am Samstag die Wiener SiMM City zum Beben.
Während andere Rockstars im Alter leiser werden, bleibt Lydon bissig, laut und provokant. Genau das macht auch Jahrzehnte nach den wilden Punk-Jahren den Reiz von PiL aus.
Seit der Gründung 1978 gilt die Band als einer der wichtigsten Wegbereiter des Post-Punk – ein Genre, das Rock, Dub, Dance, Folk und Pop auf völlig neue Weise vermischte.
Legendäre Alben wie "First Issue", "Metal Box" oder "Flowers of Romance" genießen längst Kultstatus. Spätestens mit dem Hit "This Is Not A Love Song" schaffte die Band 1983 auch den Sprung in die Charts.
Doch hinter der aktuellen "This Is Not The Last Tour" steckt mehr als nur Nostalgie. Für Lydon ist sie auch ein emotionaler Neuanfang.
2023 verlor der Musiker innerhalb weniger Monate seine Ehefrau Nora sowie seinen langjährigen Freund und Manager John "Rambo" Stevens. Zeitweise glaubte der Sänger sogar, nie wieder auf einer Bühne zu stehen.
Erst die Unterstützung der Fans und seine gefeierten Spoken-Word-Abende brachten ihn zurück zur Musik. Jetzt startet PiL mit voller Wucht in ein neues Kapitel – und Wien darf sich auf ein Konzert voller Energie, Chaos und Post-Punk-Geschichte freuen.
Die Fans erwartet am Samstag eine explosive Mischung aus alten Klassikern und Songs des aktuellen Albums "End of World". Dazu steht auch eine Coverversion von Leftfield "Open Up" auf der Setlist.
Klar ist schon jetzt: Bei John Lydon wird nichts glattgebügelt. Der Punk-Veteran bleibt auch 2026 genau das, was ihn berühmt gemacht hat – unangepasst bis ins Mark.