Am Weg zum Standesamt bohrte sich Stange durch Auto

Das "Eisenteil" bohrte sich von der Motorhaube durch das Handschuhfach und kam auf der Beifahrerseite wieder raus.
Das "Eisenteil" bohrte sich von der Motorhaube durch das Handschuhfach und kam auf der Beifahrerseite wieder raus.privat
Das Auto einer 39-Jährigen aus dem Mühlviertel wird von einer Stange getroffen, durchbohrt den Wagen der Frau. Sie überlebte mit Prellungen.

"Ich hab' das gar nicht als so dramatisch wahrgenommen, für meinen Verlobten war das Ganze viel schlimmer. Jürgen ist mit dem Auto direkt hinter mir gefahren. Er dachte, ich sei tot", erzählt Elisabeth Riesel. Die 39-Jährige und ihr Freund waren Montagnachmittag gerade auf dem Weg nach Freistadt, um beim Standesamt das Aufgebot zu bestellen. Im Mai wollen die beiden heiraten.  

Auf der B38, im Gemeindegebiet von Sandl fuhr ein Lkw vor der Vierfach-Mama. "Ich halte immer bewusst viel Abstand zum Vordermann, im Winter weiß man nicht, was da sonst so von den Lkws runterkommt. Auf einmal seh ich, wie ein riesiges Eisenteil auf mich zufliegt. Ich bin reflexartig auf die Bremse gestiegen. Das u-förmige Teil hat sich dann durch die Motorhaube und das Handschuhfach durchgebohrt, kam bei der Beifahrertür wieder raus", schildert die Mühlviertlerin im "Heute"-Gespräch. 

Foto von verstorbener Mama fuhr am Beifahrersitz mit

Die 39-Jährige hatte unfassbares Glück, außer Prellungen an Armen und Händen trug sie keine Verletzungen vom Unfall davon. Dass alles so glimpflich ausgegangen war, dafür mussten viele Schutzengel gesorgt haben.

"Normalerweise sind wir immer mit unseren vier Töchtern (18, 16, 11 und 5) unterwegs. Nur diesmal hab' ich sie daheim gelassen. Ich glaub' auch, meine Mama hat auf mich geschaut. Seit sie gestorben ist, bewahre ich ein Foto von ihr im Seitenfach auf der Beifahrerseite auf. Genau dort, wo das Eisenteil wieder rausgekommen war", so Riesel.

So kam's zum Unfall

Ausgelöst hatte den Unfall ein Schlagloch. Ein Lkw, der gerade auf der Gegenfahrbahn unterwegs war, war mit seinem leeren Holzanhänger über das Schlagloch gefahren. Wie die Polizei berichtet, löste sich dadurch einer der sogenannten Rungenstöcke (sichern die Holzstämme auf der Ladefläche) und katapultierte sich auf die Fahrbahn der 39-Jährigen und dem vor ihr fahrenden Lkw, der über den Stock fuhr. Das Eisenstück wurde weiter durch die Luft gewirbelt, prallte gegen den Pkw der Mühlviertlerin und bohrte sich schließlich durch die Motorhaube. 

Beim Standesamt kam das Paar an diesem Tag nicht an, der Termin wurde aber bereits nachgeholt. "Das lass ich mir nicht nehmen", sagt Riesel und schmunzelt. 

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