Amazon Echo Show 5 im Test: Luxus für den Nachttisch

Amazon hat seinen Echo Show 5 in der zweiten Generation veröffentlicht. Das smarte Display punktet nun mit einer besseren Kamera und stärkerem Sound.

Das Design des Echo Show 5 hat sich zwar nicht viel verändert, technische Verbesserungen gibt es aber allemal. Vor allem die Kamera hat eine bessere Bildqualität und neue Funktionen bekommen und auch der Sound hat ein Stück weit zugelegt. So hat Amazon bei der Kamera die gelieferte Megapixel-Anzahl von eins auf zwei verdoppelt. Kurios ist die Verbesserung beim Klang, denn laut technischen Daten von Amazon wurde bei den Sound-Komponenten absolut nichts verändert.

Doch der Reihe nach. Das Gerät mit den Maßen 148 x 86 x 73 Millimetern und dem Gewicht von etwas mehr als 400 Gramm entspricht äußerlich exakt der ersten Generation, mit einem winzigen Unterschied: Die Kamera ist nun unter einer quadratischen statt runden Ausnehmung an der Front verbaut. Außerdem gibt es statt der klassischen schwarzen und weißen Farbgebung der ersten Generation in der zweiten nun Modelle in Anthrazit, Blau und Weiß. Wenig Unterschiede zeigt der Preis: Die erste Generation gibt es um derzeit rund 80 Euro, die zweite um rund 86 Euro.

Äußerlich gleich, innerlich moderner

Das 5,5 Zoll große Display des Lautsprecher-Monitors löst weiter etwas grob mit 960 × 480 Pixeln auf, für die Darstellung der Uhrzeit und von Nachrichten sowie das Abspielen von Bildern und Videos (die Kamera filmt mit 720p) am kleinen Bildschirm reicht das aber allemal. Im Inneren sind die Unterschiede dagegen zwischen den beiden Generationen etwas größer: Bessere Kamera-Qualität, hellerer Bildschirm, klarer Sound und smartere Funktionen zeigen sich im Test.

Die Schärfe des Bildes bei der Videotelefonie reicht nun auch für Business-Calls aus, auch Gespräche mit Freunden und Bekannten sehen weniger nach Matsch aus. Damit wird der Echo Show 5 im Bedarfsfall auch zur Sicherheitskamera: Wer will, kann auch unterwegs die Kamera aktivieren und einen Blick in die eigenen vier Wände werfen. Der Kamera-Shutter kann übrigens entweder über die Alexa-App oder einen mechanischen Schieber an der Oberseite des Geräts geschlossen werden.

Recyceltes Material, einfache Einrichtung

Neben der Shutter-Taste finden sich nur die Tasten für die Lautstärke und für die Stummschaltung des Mikrofons an der Oberseite des Geräts. An der abgeschrägten Unterseite des Display hin zur Basis, die mit einem Textilmantel umhüllt ist, sind die Lautsprecher-Ausnehmungen zu sehen. Klasse für die Umwelt: Laut Amazon bestehen beim neuen Echo Show 5 die Textil- und Aluminium-Komponenten komplett und der Kunststoff-Part zu 30 Prozent aus recycelten Materialien.

Kinderleicht geht die Einrichtung des Echo Show vonstatten: Über den proprietäre Stecker und das mitgelieferte Kabel (das 1,5 Meter lang und in allen Modellfarben leider nur weiß ausgefallen ist) wird der Echo mit Strom versorgt. Zwar gibt es auch einen Micro-USB-Anschluss, der dient allerdings nur für einen künftigen optionalen Netzwerkadapter und ist bisher offenbar ohne Funktion. Am Bildschirm zeigt der Echo Show dann die Einrichtungs-Anweisungen an: WLAN-Verbindung und Amazon-Anmeldung, dann braucht es zur Bestätigung nur noch ein Endgerät wie einen PC oder ein Smartphone.

Trotz wenig Technik viele Funktionen

Gut gefällt, dass der Echo Show 5 aus seinen begrenzten Möglichkeiten das Maximum herausholt. Klassisch per Sprachsteuerung lassen sich Musiktitel über Amazons eigenen Dienst, aber auch über TuneIn und Spotify aufrufen. Auch Videos über YouTube kann man sich abspielen lassen, oder aber Filme und Serien über Amazon Prime Video streamen. Auf Wunsch versorgt der Echo Show 5 den Nutzer auch mit allen wichtigen Infos zu Wetter, Nachrichten, Terminen, Wecker, Timern und Co. am Startbildschirm oder dient als digitaler Fotorahmen, wenn man die eigenen Bilder dafür einspielt.

Zudem können ganz einfach per Zuruf Videogespräche mit Smartphone-Nutzern mit der Alexa-App oder Besitzern anderer Echo-Shows geführt werden. Wie auch von den Echo-Lautsprechern gewohnt, kann sich der Nutzer zudem eigene Skills einrichten – von der täglichen Nachrichtenzusammenfassung bis hin zum Witz des Tages. Einen eigenen ZigBee-Hub als zentrale Basis für Smart-Home-Geräte gibt es nicht, sowohl Alexa-fähige Geräte als auch jene mit eigenen Hubs können aber vom Amazon Echo Show 5 sehr wohl angesteuert werden.

Praktischer Luxus für den Nachttisch

Bemerkenswert ist, dass trotz der offenbar identen und integrierten 42-Millimeter-Breitbandlautsprecher der Sound nun weit besser ist. Keine Spur mehr von blechernem oder hohlem Klang, bis in mittlere Lautstärken gibt es sauberen und kraftvollem Sound. Nach oben hin geht dem Echo Show 5 dann allerdings die Puste aus, sowohl Bass als auch Höhen treten qualitativ in den Hintergrund. Da das gerät aber nicht als primäre Klangquelle gedacht ist, ist das vollkommen in Ordnung. Schön: Auf Sprachbefehle reagiert der Echo Show 5 blitzschnell, bei Touchbedienung gibt es dagegen immer wieder kleine Wartezeiten.

Über Bluetooth kann auch Musik vom Smartphone am smarten Display gestreamt werden, der 3,5-Millimeter-Stereoaudioausgang für externe Lautsprecher wurde allerdings im Vergleich zum Vorgänger gestrichen. Wer auf innovative Funktionen wie Gestensteuerung und Radar-Schlafanalyse steht, ist wohl beim ähnlich dimensionierten (aber etwas teurerem) Google Nest Hub der zweiten Generation besser aufgehoben. Klanglich und kameratechnisch hat sich dagegen der Amazon Echo Show 5 stärker entwickelt, was ihn zum perfekten Luxus-Bildschirm für das Nachtkasterl macht.

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