Amazon führt das Zahlen mit Handschlag ein

Mit Amazone One sollen Kunden im Laden künftig mit der Handfläche zahlen.
Mit Amazone One sollen Kunden im Laden künftig mit der Handfläche zahlen.picturedesk.com
Das US-Unternehmen startet ein biometrisches Erkennungssystem namens Amazon One. Andere Firmen sollen bereits an der Technologie interessiert sein.

Der Online-Riese Amazon startet eine neue Technologie zum Bezahlen mit der Handfläche. Das Amazon One genannte biometrische Erkennungssystem wird zunächst in Lebensmittelgeschäften des Konzerns in seiner Heimatstadt Seattle eingeführt.

Kunden halten ihre Hand über einen Scanner, der die Handinnenfläche ähnlich wie einen Fingerabdruck abliest und identifiziert.

Viele Interessenten

"Keine zwei Handinnenflächen sind gleich", erklärte Amazon-Vizepräsident Dili Kumar. Die Technologie erlaube eine "schnelle, praktische und kontaktlose" Identifizierung und könne zum Bezahlen von Einkäufen, aber auch als Zugangskontrolle für Stadien oder Büros genutzt werden.

Amazon will Amazon One deswegen nicht nur selbst nutzen, sondern auch an andere Unternehmen verkaufen. Es gibt anscheinend bereits mehrere Interessenten.

Daten nicht vor Ort gespeichert

Im Einzelhandel könne Amazon One eine Alternative zum Bezahlen oder zum Vorzeigen einer Treuekarte an der Kasse sein, erklärte Amazon-Spitzenmanager Kumar. Die Kundendaten würde nicht vor Ort, sondern in einer hoch gesicherten Daten-Cloud gespeichert.

Amazon mit Rekordergebnis

Der Online-Riese stellte in den vergangenen Monaten weltweit allein 175.000 Menschen ein, um die explodierende Nachfrage bedienen zu können. Jeff Bezos sprach von einem "sehr ungewöhnlichen Quartal". Das "ungewöhnliche Quartal" machte Bezos als größten Anteilseigner noch reicher: Amazon-Aktien haben dieses Jahr bereits 60 Prozent an Wert gewonnen, im nachbörslichen Handel in den USA legten sie um weitere fünf Prozent zu.

Allein der Umsatz der Amazon-Online-Stores schoss im Quartal um 48 Prozent auf 45,9 Milliarden Dollar in die Höhe. Amazon profitierte aber auch von einem weiteren Effekt der Corona-Krise. Zahlreiche Angestellte arbeiten vom Home-Office aus, die Cloud-Dienste des US-Riesen legten dadurch ebenfalls zu. Der Umsatz der Amazon Web Services (AWS) kletterte um fast 29 Prozent auf über zehn Milliarden Dollar. Auch Konkurrent Google profitierte vom Trend zum Arbeiten aus dem heimischen Räumen.

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