Mit Beginn der Nachtschicht haben in den Amazon-Standorten in Werne, Leipzig, Rheinberg, Koblenz und an zwei Standorten in Bad Hersfeld rund 1.700 Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt, so die Gewerkschaft ver.di. Der Streik soll bis einschließlich 24. Dezember, also Heiligabend, dauern.
Damit will die Gewerkschaft so kurz vor Weihnachten Amazon Deutschland unter Druck setzen, damit dieser den seit Jahren und bislang vergeblich geforderten Tarifvertrag für den deutschen Einzelhandel unterzeichnet.
Durch die Lockdowns rund um die Welt sei das Bestellaufkommen bei Versandhändlern wie Amazon gerade jetzt noch einmal deutlich gestiegen, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger laut ORF. Amazon verdiene sich in der aktuellen Krise eine "goldene Nase".
Währenddessen würde der Konzern den Beschäftigen eine tarifvertragliche Bezahlung verweigern und stattdessen werden die Mitarbeiter "einem noch größeren Druck ausgesetzt, weil Amazon trotz der zusätzlichen Arbeitshetze Lieferversprechungen macht".
Sorgen, dass man als Kunde seine bestellten Weihnachtsgeschenke nicht rechtzeitig bekommt, braucht man sich laut Amazon aber nicht machen. Die Streiks hätten keine Auswirkungen auf die Lieferzeiten. "Der allergrößte Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitet ganz normal", so der Versandhändler, der sich dem Vorwurf der Gewerkschaft verwehrt. Amazon biete ein Umfeld, "in dem man gerne arbeitet, sich einbringen und erfolgreich sein kann".