Dieser bizarre Mini-Hai ist einzigartig auf der Welt

Forscher der Tulane University in New Orleans haben eine neue und extrem seltene Hai-Art entdeckt: Der Mini-Fisch kann sogar im Dunkeln leuchten.
Sie sind kaum größer als eine Handfläche, sehen aus manchen Blickwinkeln wie eine herzige Miniaturausgabe eines Pottwals aus – mit einem Weißen Hai haben Taschenhaie kaum noch etwas gemein. Und: Sie sind extrem selten. So selten, dass jahrzehntelang nur ein einziges Exemplar aus dem Pazifik bekannt war. Jetzt hat es Gesellschaft eines nahen Verwandten bekommen.

Wissenschaftler der US-Ozeanographiebehörde NOAA hatten 2010 einen weiteren dieser bizarren Mini-Haie aus dem Golf von Mexiko gefischt. In einer aktuellen Studie wurde das nur 14 Zentimeter große Männchen einer ganz eigenen Art zugeordnet: American Pocket Shark (Mollisquama mississippiensis).

Kein Pokéhai

Im Gegensatz zu den fiktiven Pokémon (Pocket Monsters) bezieht sich der Name Taschenhai nicht auf die durchaus handliche Größe des Tieres. Er leitet sich stattdessen vom Vorhandensein von zwei kleinen Täschchen hinter seinen vorderen Flossen ab. Welchen Zweck diese haben, ist noch nicht ganz klar. Sie sollen unter anderem lumineszierende Flüssigkeit produzieren können.

CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Obwohl sie nahe Verwandte sein dürften, unterscheidet sich Mollisquama mississippiensis in einigen Merkmalen deutlich von dem Weibchen, das 1979 gefangen wurde und seither im Zoologischen Museum von St. Petersburg (Russland) aufbewahrt wird. Der US-Fund habe deutlich weniger Zähne, ganze zehn Wirbelknochen weniger, eine Vertiefung an seinem Kiefer und er könne sogar im Dunklen leuchten, berichtet "Live Science".

"Zeigt, wie wenig wir wissen"

"In der Geschichte der Fischerei-Wissenschaften sind bisher nur zwei Taschenhaie gefangen und beschrieben worden", so Studienautor Mark Grace in einer Aussendung: "Beide gehören völlig unterschiedlichen Arten an, jede aus einem anderen Ozean. Und beide sind extrem selten."

Henry Bart, Direktor des Forschungsinstituts für Biodiversität an der Tulane University fügt hinzu: "Der Fakt, dass wir erst einen Vertreter der Art im Golf von Mexiko entdeckt haben, zeigt, wie wenig wir über dieses Meer wissen und wie viele Spezies noch darauf warten, entdeckt zu werden."

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(rcp)

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