Große Aufregung rund um die Bruno-Kreisky-Mittelschule in Wien-Simmering: Für Donnerstag soll ein Amoklauf angekündigt worden sein. Zahlreiche Eltern reagierten alarmiert – viele lassen ihre Kinder vorsichtshalber zu Hause.
Ein Vater einer Schülerin berichtet gegenüber "Heute", dass die Drohung über Chatnachrichten bekannt wurde. "In der Nachbarschaft wurden gestern unter den Kindern Nachrichten herumgezeigt. So sind wir auf das Ganze aufmerksam geworden", erzählt der besorgte Vater. Er sei daraufhin sofort zur Polizei gegangen. Dort habe er festgestellt, dass er nicht der Einzige war: "Bei der Polizei waren bereits mehrere Eltern, die diese Chats ebenfalls gesehen haben."
"Heute" liegen einige Chats vor. Laut den Nachrichten soll ein Schüler mit einem Amoklauf gedroht haben – dass er am Donnerstag mit einer Waffe in die Schule kommen werde. Am Mittwochabend ging dann ein Rundschreiben der Schule an die Eltern. "Von Seiten der Schule hat es geheißen, die Drohung sei angeblich nur ein 'Spaß' gewesen", erzählt der Vater.
Ganz so einfach scheint die Sache jedoch nicht gewesen zu sein: Nach Informationen aus dem Umfeld der Eltern und laut Rundschreiben der Schule soll der betreffende Schüler heute früh gemeinsam mit seinen Eltern und in Begleitung der Polizei in die Schule gekommen sein. Alleine habe er nicht erscheinen dürfen. Von der Schule hieß es am Mittwoch, dass die Polizei die Angelegenheit kläre. Für die Sicherheit der Kinder werde gesorgt.
Die Verunsicherung unter den Familien ist dennoch groß. Viele Eltern haben entschieden, ihre Kinder am Donnerstag nicht in die Schule zu schicken – aus Angst, dass doch etwas passieren könnte. Eine Mutter schildert gegenüber "Heute": "Ich lasse meine Kinder für den Rest der Woche daheim. Die Angst ist einfach zu groß. So etwas sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen."
Sowohl die Eltern als auch die Schüler stehen unter Schock. "Man kann das doch nicht einfach so als Spaß stehen lassen. Das ist geschmacklos", so die Mutter.
Gegenüber "Heute" bestätigte die Pressestelle der Wiener Polizei den Vorfall. Ein Zwölfjähriger soll dem Lehrpersonal gedroht haben. "Der Junge dürfte sich in einem sehr aufgebrachten Gemütszustand befunden haben, sodass ein polizeilicher Amtsarzt hinzugezogen wurde. Seitens der Polizei werden solch Vorfälle sehr ernst genommen und wir stehen im engen Austausch mit der Schulleitung und Bildungsdirektion", so Polizeisprecherin Julia Schick.
Eine Anzeige wegen des Verdachts der gefährlichen Drohung wurde aufgenommen. Die Kinder- und Jugendhilfe wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. Es kam zu keiner Zeit zu einer aktiven Gefahr für Schüler oder Lehrpersonal.