Amoklauf mit Dolch in Baden kein Mordversuch?

Ein 19-Jähriger im Blutrausch hatte in der Nacht auf Donnerstag die Kurstadt in einen Ausnahmezustand versetzt: Adam H. (19) verletzte mit einem Dolch fünf Menschen, kommt möglicherweise mit einer Anklage wegen Körperverletzung durch.

Kurz noch einmal die Chronologie der Bluttaten in Baden: Vier Jugendliche hatten den Abend im Park beim Weikersdorfer Platz verbracht – dabei schaukelte sich ein Streit hoch ("Heute" berichtete).

Attacken mit Faustdolch

Gegen 22:30 Uhr soll Adam H. (19) blind vor Wut einen Faustdolch gezogen und damit auf einen 21-Jährigen eingestochen haben. Zwei Zeugen riefen die Polizei, eine Alarmfahndung wurde eingeleitet. Kurz darauf vor einem nahen Supermarkt in der Bad Vöslauer Straße attackierte der 19-jährige Wiener seine Ex-Freundin (16), einen 16-Jährigen, einen gleichaltrigen Bekannten sowie einen unbeteiligten Passanten (63).

Der mittlweile von einem Heer an Polizisten mit Diensthunden gejagte Dolch-Mann konnte davonlaufen. Auf seiner Flucht warf er noch ein Fahrrad auf zwei Autos.

Klinge zu kurz, daher keine Toten

Am Grund einer Villa in der Elisabethstraße kam es dann zum Finale samt Festnahme. Der verletzte Verdächtige (Anm.: Schnittverletzungen) wurde ins Klinikum eskortiert. Das Opfer-Quintett landete ebenfalls in Spitälern, zwei Verletzte wurden ambulant versorgt, drei indes stationär aufgenommen.

"Durch Zufall und die geringe Klingenlänge des Dolches gab es keine lebensgefährlich Verletzten oder Toten“, so Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner. Mutmaßliches Motiv: Der in Prag geborene Österreicher soll eifersüchtig wegen seiner Ex (16) gewesen sein.

Schwere Körperverletzung oder Mordversuch?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen absichtlich schwerer Körperverletzung in mehreren Fällen. "Bei einem Bruststich muss festgestellt werden, ob die Verwundung grundsätzlich lebengefährlich war. Dann ist eine Ausweitung auf Mordversuch möglich“, so Staatsanwalt Erich Habitzl. Adam H. wurde in die Justizanstalt eingeliefert, ein Antrag auf eine Untersuchungshaft seitens der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wurde gestellt. Für den 19-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.

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