AMS-Kurse vor Ort: Betroffene haben Angst vor Infektion

Betroffene haben sich bereits aufgrund der Anwesenheitspflicht beschwert (Symbolbild).
Betroffene haben sich bereits aufgrund der Anwesenheitspflicht beschwert (Symbolbild).picturedesk.com
AMS-Kurse werden weiterhin mit Präsenzunterricht abgehalten. Kursteilnehmer sowie Lehrpersonal fühlen sich nicht ausreichend geschützt.

Trotz steigender Infektionszahlen werden viele Kurse beim AMS im Präsenzunterricht durchgezogen. Der AMS-Vorstand Johannes Kopf argumentierte zuletzt im "Ö1-Morgenjournal" damit, dass man durch ein Online-Angebot sehr viele sozial schwächere Leute verlieren würde. Das habe sich im ersten Lockdown im Frühjahr gezeigt.

"Kursteilnehmer kommen erkältet"

Nun müssen Schulungsteilnehmer beim AMS die Kurse stundenlang mit anderen Menschen ohne Abstand auf engem Raum absolvieren. Mehrere Betroffene haben sich bereits beschwert, berichtet "Wien Heute".

"Es ist grundsätzlch so, dass die Räume und Gänge wie in einem normalen Bürogebäude sind. Die sind nicht darauf ausgelegt, dass man da jetzt zwei Meter Abstand hält. Es ist einfach eine total ungute Situation. Zusätzlich sind die Teilnehmerinnen auch verunsichert, haben Angst, kommen erkältet", erklärte eine Trainerin im "ORF".

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Viele Kursteilnehmer haben Angst, dass ihnen Bezüge gesperrt werden oder dass sie nicht mehr an Schulungen teilnehmen können. Eine Kursteilnehmerin erzählt, dass Vorschläge zum Distance Learning abgelehnt wurden: "Wir hätten alle Computer und Handys, aber dann nach ein paar Tagen kam sie zu uns, und meinte, dass das AMS das nicht möchte und wir deshalb nicht auf Distance-Learning umsteigen."

Keine Cluster-Bildungen beim AMS

Das AMS hat dazu keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Ein Sprecher meinte, dass die Vorwürfe nicht nachvollziehbar seien. Fest steht, dass es bisher zu keinen Cluster-Bildungen bei AMS-Kursen gekommen sei.

Wie Johannes Kopf vor einigen Tagen in dem Radio-Interview erklärte, sollen die Präsenzkurse trotz des zweiten Lockdowns weiterhin stattfinden. Das hat auch die Bundesregierung so beschlossen. Es gehe um die Wahrung der Chancen von Benachteiligten. AMS-Kurse sind deshalb von dem Veranstaltungsverbot ausgenommen.

Es gibt laut Kopf zudem eine Reihe an Ausbildungen, wo Distance Learning gar nicht möglich ist, wie etwa im Metall-, Elektro- oder Holzbereich. Hier ist die Arbeit mit Maschinen erforderlich.

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