Welt

Amsterdam bejubelte umstrittenen Nikolaus

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:37

Mit Jubel und Protesten hat Amsterdam am Sonntag den niederländischen Nikolaus samt seinen umstrittenen Helfern, den Schwarzen Pieten ("Zwarte Pieten"), empfangen. Der weiße "Sinterklaas" und seine rund 500 schwarz angemalten Helfer kamen mit einem Schiff in der Hauptstadt an und wurden mit Salutschüssen begrüßt. Zehntausende Eltern und Kinder jubelten ihnen zu.

Mit Jubel und Protesten hat Amsterdam am Sonntag den niederländischen Nikolaus samt seinen umstrittenen Helfern, den Schwarzen Pieten ("Zwarte Pieten"), empfangen. Der weiße "Sinterklaas" und seine rund 500 schwarz angemalten Helfer kamen mit einem Schiff in der Hauptstadt an und wurden mit Salutschüssen begrüßt. Zehntausende Eltern und Kinder jubelten ihnen zu.

Mit dem traditionellen Einzug beginnt für die niederländischen Kinder das große Warten auf die Bescherung am 5. Dezember. Allerdings demonstrierten auch mehrere Dutzend Menschen gegen die "rassistische Figur" des Piet.

Proteste während Umzug

Beim Umzug des Nikolaus mit seinem Gefolge nahm die Polizei einen Demonstranten für kurze Zeit fest, als er sich mitten auf die abgesperrte Route stellte. Dutzende, meist dunkelhäutige Niederländer kehrten dem weißen Bischof auf seinem Schimmel demonstrativ den Rücken zu. Einige trugen ein T-Shirt mit der Aufschrift "Zwarte Piet ist Rassismus", andere hatten ihren Mund mit Pflastern verklebt oder streckten als Zeichen des stillen Protestes geballte Fäuste in die Luft.

Erstmals ohne Ohrringe

Bürgermeister Eberhard van der Laan hatte die Kritiker aufgerufen, das Kinderfest nicht zu stören. Die umstrittenen Nikolo-Helfer hatten allerdings auf den seit Wochen dauernden heftigen Streit reagiert. Erstmals zogen sie ohne große Ohrringe durch die Grachten-Stadt, und manche hatten auch auf eine Kraushaar-Perücke verzichtet.

Viele Eltern waren einem Aufruf der Piet-Gegner gefolgt und hatten ihre Kinder nicht schwarz, sondern bunt geschminkt. Vor allem schwarze Niederländer fühlen sich durch die "Sklavenfigur" gekränkt. Gegner hatten vergeblich vor Gericht versucht, den Umzug zu verhindern. Auch Experten der UNO untersuchen die Rassismusvorwürfe. Dagegen hatten mehr als zwei Millionen Niederländer eine "Pietition" für den Erhalt der Figur unterzeichnet.

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