Anfang April verkündete James Clarke, CEO der US-Firma Clearlink, dass all seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die im Umkreis von 80 Kilometern wohnen und zuvor im Homeoffice arbeiten durften, wieder vier Tage pro Woche im Büro erscheinen müssen. Vielen von ihnen wurde zuvor bei ihrer Einstellung gesagt, dass sie überwiegend von zu Hause aus arbeiten dürften. Laut Clarke sei die Rückkehr notwendig, da sich die "Umstände geändert" hätten.
Bei einer virtuellen Mitarbeiterversammlung geht der CEO – welcher auch als der "schlimmste Chef der Welt" bezeichnet wird – hart mit der Arbeitsmoral seiner Angestellten ins Gericht. "Es gibt keinen hier, der härter arbeitet als ich, und ich fordere jeden heraus, mich zu übertrumpfen, aber das werdet ihr nicht schaffen", so Clarke.
Clarke sagt, er habe große Opfer für die Firma erbracht und lobt andere Mitarbeiter, die das ebenfalls tun. So habe jemand den Familienhund verkauft, um wieder mehr Zeit im Büro zu verbringen. Clarke sei sehr tierlieb und dass der Mitarbeiter sich von seinem Hund trennen musste, breche ihm das Herz. Trotzdem sei es ein außerordentliches Beispiel für "Opfer, die für die Firma gebracht werden".
Besonders deshalb wird er nun kritisiert. Es sei seine Schuld, dass sich die Familie vom Hund trennen musste, nachdem er den Angestellten versprochen hatte, im Homeoffice arbeiten zu können und sie dann plötzlich ins Büro zitierte, schreibt das Onlinemedium "VICE".
"Ich habe Daten dazu, dass etwa 30 von euch während eines Monats nicht mal ihren Laptop geöffnet haben", wirft Clarke den Angestellten vor. Weiter behauptet er, dass manche von denen, die von zu Hause aus arbeiten, sogar für zwei Firmen arbeiteten, genau wissen könne er das aber nicht. Der CEO sagt, alles, was er von seinen Angestellten verlange, seien "Blut, Schweiß und Tränen für die Firma".
Weiter glaubt Clarke, dass Mütter Kinderbetreuung und Vollzeitbeschäftigung nicht unter einen Hut bringen könnten. Laut ihm sei es schlichtweg nicht möglich, beide Verpflichtungen gleichzeitig zu erfüllen. Er vermutet, dass die Rückkehr ins Büro für diese Personengruppe besonders schwierig sein werde – trotzdem hält er an der neuen Regelung fest.