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Angestellte verwehrt Regenbogen-Familie Ticket

Eine Seilbahn-Angestellte weigerte sich, einer Familie aus den Niederlanden ein Familien-Ticket auszustellen, weil sie "keine Traditionsfamilie" sei.

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    Benjamin S. (rechts) und seine Familie machten Mitte Oktober 2021 im Wallis eine erschütternde Erfahrung.
    Benjamin S. (rechts) und seine Familie machten Mitte Oktober 2021 im Wallis eine erschütternde Erfahrung.
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    Der Ärger, den ein schwules Paar aus den Niederlanden während seiner Ferien im Wallis (Schweiz) kürzlich erlebte, hat nun Folgen. Nachdem eine Angestellte Benjamin S.*, seinem Ehemann und den beiden Kindern partout kein Familien-Ticket ausstellen wollte, hat nun die Leitung der Aletsch Bahnen AG der Mitarbeiterin keinen neuen Arbeitsvertrag für den kommenden Winter abgegeben. Das berichtet der "Blick".

    "Die Mitarbeiterin war seit drei Jahren jeweils im Sommer und Winter in einem Saisonarbeitsverhältnis bei der Aletsch Bahnen AG angestellt", erklärte Valentin König, CEO des Unternehmens. Aufgrund einer Gesamtbeurteilung habe man sich nun entschieden, auf eine Erneuerung des Vertrages zu verzichten. Den Vorfall habe man zudem als Anlass genommen, um Mitarbeitenden einmal mehr darauf hinzuweisen, wie mit Regenbogen-Familien umgegangen werden soll, so König zum "Blick".

    "Unsere Töchter haben geweint"

    Der Fall hatte für einen Eklat gesorgt: Auf Facebook schilderte Benjamin S., dass er mit seiner Familie aufs Eggishorn hochfahren wollte, um gemeinsam einen Teil der Gratwanderung zu absolvieren. Am Schalter der Aletsch Bahnen wollte ihm aber die Angestellte kein Familien-Ticket ausstellen, mit der Begründung, Familienpässe gebe es nur für "Traditionsfamilien". Sie wies S. darauf hin, dass er es "online versuchen" könne. Von ihr aber gebe es «für solche Familien keine Tickets".

    "Mir wurde noch nie so deutlich und klar direkt ins Gesicht gesagt, dass meine Familie minderwertig sei, nur weil wir zwei Männer sind", schrieb der 44-Jährige auf Facebook weiter. «Unsere Töchter haben geweint. Ich war und bin wütend.» Nachdem sich andere Gäste eingemischt hatten und die Mitarbeiterin ganze viermal mit ihrem Chef telefoniert hatte, gab es doch noch einen Familienpass für die Familie.

    Seit 20 Jahren verbringen S. und sein Mann die Ferien in der Aletscharena, seit über zwölf Jahren besitze er ein Chalet in Fiesch VS. Doch an jenem Tag habe er sich erstmals ausgeschlossen gefühlt. "Ich habe zum Glück nur selten eine solche Diskriminierung in meinem Leben erlebt", erzählte S. gegenüber 20 Minuten. "Sie traf mich unerwartet und sehr hart." Das Erlebte zeige letztlich, dass der Weg zu Inklusion und akzeptierter Diversität lang und steinig sei – auch wenn das Schweizer Stimmvolk eben erst klar Ja zur Ehe für alle gesagt habe.

    CEO entschuldigt sich

    Die Aletsch Bahnen AG entschuldigten wenig später bei S. und seiner Familie. "Wir bedauern den Vorfall zutiefst", schrieb CEO Valentin König in einem Social-Media-Post. Bei den Aletsch Bahnen seien alle Gäste herzlich willkommen – "selbstverständlich auch Regenbogen-Familien".

    *Name der Redaktion bekannt*

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