Manuela Zinsberger zählt zu den größten Persönlichkeiten des österreichischen Fußballs. Die Torhüterin wurde mit Bayern München zweimal deutsche Meisterin, gewann mit Arsenal die Champions League und bestritt bereits 110 Länderspiele für Österreich.
Im "Mindgames Podcast" sprach die 30-Jährige nun über ihr Coming-out als Jugendliche. Aufgewachsen ist Zinsberger im niederösterreichischen Niederfellabrunn, einem Ort mit 311 Einwohnern. Über ihre damaligen Gedanken sagte sie: "Ich habe mich sehr gesträubt, das zu erzählen, weil ich aus einem kleinen Dorf komme und meine Eltern das nicht kannten."
Die Angst vor den Konsequenzen sei enorm gewesen. "Ich habe mir fast in die Hose gemacht, denn du hast Angst, abgestoßen zu werden. Du hast Angst, dass du kein Dach mehr über dem Kopf hast, weil deine Familie sagt, dass sie damit nichts zu tun haben will."
Besonders die mögliche Reaktion ihrer Eltern habe sie beschäftigt. "Gerade bei den Menschen, bei denen du weißt, dass sie dich krass lieben, ist es besonders schlimm, wenn plötzlich jemand sagt: 'Du bist nicht mehr meine Tochter.' Dieses Gespräch war für mich alles oder nichts." Die Befürchtungen erwiesen sich jedoch als unbegründet. Statt Ablehnung erlebte die heutige Arsenal-Torhüterin einen Moment, den sie bis heute nicht vergessen hat.
"Das Einzige, was meine Mutter zu mir gesagt hat, war: 'Was ist eigentlich dein Problem? Bist du glücklich oder nicht?' Dann habe ich gesagt ja. Daraufhin meinte sie, sie verstehe nicht, warum ich jetzt weine." Anschließend habe ihre Mutter sie in den Arm genommen und ihr zugesichert, dass sich an ihrer Liebe nichts ändern werde. "In dem Moment gibt dir deine Mutter eine Leichtigkeit, dass du dir denkst WOW." Heute ist Zinsberger mit ihrer Frau Madeleine Hemming glücklich. Das Paar heiratete 2023 im burgenländischen Hannersdorf.