Horror-Haus: Kein Spielen, einmal pro Jahr duschen

Der Staatsanwalt hat in seiner Anklage grausame Details aus dem Horror-Haus in Kalifornien verlesen. Und: Es sind Tagebücher der Kinder aufgetaucht.
13 Kinder mussten in Kalifornien jahrelang die schweren Misshandlungen ihrer Eltern erdulden.Die Beweise dafür bezeichnen die Ermittler als erdrückend. Die Eltern plädieren jedoch bei der Verlesung der Vorwürfe auf "nicht schuldig".

Ihre Kinder sollen sie jahrelang ans Bett gefesselt und geschlagen haben, sie sollen kaum etwas essen bekommen haben. Duschen und Spielen soll verboten gewesen sein. Staatsanwalt Mike Hestrin, der nun die Anklage verlas, war sichtlich erschüttert.

"In mehr als 20 Jahren als Strafverfolger im Bezirk Riverside ist dies einer der schlimmsten Fälle, den ich gesehen habe", sagt Hestrin.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Dem 56-jährigen Vater und der 49-jährigen Mutter werden Folter, schwere Misshandlung, Kindesgefährdung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Sollten sie für all das verurteilt werden, drohen ihnen bis zu 94 Jahre Haft.



Duschen verboten

Der Missbrauch soll schon viele Jahre andauern. Mit dem Umzug der Familie nach Kalifornien im Jahr 2010 sei es noch schlimmer geworden, sagt der Staatsanwalt. Der Vater hatte eine Genehmigung erhalten, seine Kinder zuhause zu unterrichten. Außerhalb des Hauses seien die Kinder selten bis gar nicht gesehen worden.

Die Kinder schliefen tagsüber und waren nachts wach, beschreibt der Staatsanwalt. Sich zu waschen, das sahen die Eltern als "Spielen" an und bestraften die Kinder, sobald sie sich oberhalb des Handgelenks wuschen. Eine Dusche war nur wenige Male im Jahr erlaubt.

Tagebücher als Beweis

Besonders wertvoll für die Ermittler werden die Tagebücher sein, die die Kinder offenbar zum Zeitvertreib schreiben durften. Diese könnten "starke Beweismittel" sein, um die Vorgänge im Haus nachvollziehen zu können.

Unterernährt

Obwohl es stets genug Essen im Haus gab, waren die Kinder unterernährt, führt der Staatsanwalt aus. Sie hätten nur das Nötigste bekommen, waren so unterernährt, dass schon Anzeichen von Muskel- und Nervenschäden zu bemerken seien.

Ein 12-jähriges Opfer habe das Gewicht eines siebenjährigen Kindes, die 29 Jahre alte Tochter soll nur noch 37 Kilo wiegen. Alle Kinder befinden sich derzeit im Krankenhaus, wo sie behandelt und untersucht werden. (red)

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