Anschläge auf ICE-Züge: IS-Täter in Wien gefasst

Im Oktober gab es mehrere Angriffe auf Züge zwischen Nürnberg und München. Das Bekennerschreiben führte die Ermittler in die Bundeshauptstadt.
Die Angreifer spannten Drahtseile auf eine ICE-Strecke, legten Betonplatten auf die Gleise. Das Ziel: "So viele Tote wie nur möglich", erklärten Ermittler. Durch viel Glück wurde aber niemand bei den Anschlägen verletzt.Das Seil erwies sich als zu dünn. Es riss, als der Zug vorbeiraste. Über die Betonplatten fuhr ein Personenzug drüber. Dabei entstand lediglich ein Sachschaden.

Die Attacken nahm man besonders ernst. Besonders wegen dem Bekennerschreiben, in dem der Attentäter auf den IS Bezug nahm. Dieses führte die Ermittler nun auch zu dem mutmaßlichen Terroristen. Kurios: Der Drucker verriet ihn. Dieser führte die Behörden direkt zu einem Gemeindebau mitten in Wien.

Er studierte an der TU in Wien

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 42-jährigen Mann. Er soll verheiratet sein und fünf Kinder haben. Bereits vor 20 Jahren sei er als Flüchtling nach Europa gekommen, wurde auch anerkannt. Zuvor diente er wohl 15 Jahre lang in der irakischen Armee. Dabei entwickelte er allem Anschein nach auch einen Fanatismus gegenüber dem hingerichteten Diktator Saddam Hussein.

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In Wien soll er an der TU studiert haben. Zuletzt habe er als Mitarbeiter bei einer Security-Firma gearbeitet. Dadurch hatte er auch Zugänge zu Fußballstadien oder Einkaufszentren.

Geständig, bestreitet aber Terror-Hintergrund

Auf seinem Facebook-Profil präsentiert sich der Mann als Fan des IS und als Hasser der USA. Radikal islamische Prediger verherrlichte er, nahm dabei sogar Bezug auf den Terroranschlag in Nizza, bei dem 86 Menschen ums Leben kamen. Auch rief er auf seiner Seite Muslime dazu auf, zu den Waffen zu greifen. Als Anlass verwies er auf den Anschlag auf eine Moschee in Neuseeland.

Nun droht dem Verdächtigen eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Mann wird der terroristischen Straftat und des versuchten Mordes beschuldigt. Hinzu kommt die schwere Sachbeschädigung sowie die Mitgliedschaft bei einer terroristischen und kriminellen Vereinigung. Laut der Staatsanwaltschaft zeigt sich der Mann geständig, bestreitet jedoch einen terroristischen Hintergrund.

(slo)

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