Anschober erklärt, wie es mit der Impfung weitergeht

Zuletzt wurde in Österreich die Kritik immer lauter, weil die Corona-Impfungen nur zäh vorangingen.
Zuletzt wurde in Österreich die Kritik immer lauter, weil die Corona-Impfungen nur zäh vorangingen.HANS PUNZ / APA / picturedesk.com
Gesundheitsminister Rudolf Anschober gab am Donnerstag weitere Details zur Impfstrategie in Österreich bekannt.

Am 27. Dezember fiel in Österreich der Startschuss für die Corona-Impfungen. Vereinzelt wurde hier in Pflegeheimen und Krankenhäusern geimpft.

Bis Dienstag wurden 8.360 Impfdosen ausgeliefert. Jetzt soll es alles schneller vorangehen. Der für 12. Jänner geplante offizielle Impfbeginn in Österreich wird nun vorgezogen. Noch in dieser Woche sollen über 21.000 Dosen verimpft werden, "Heute" berichtete. Sebastian Kurz kündigte zudem an, dass im Jänner auch außerhalb von Pflegeheimen erste Impfungen durchgeführt werden.

Gemeinsam mit der Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, dem Sonderbeauftragten Clemens-Martin Auer, sowie den beiden Vertretern der AGES, Thomas Kickinger und Christa Wirthumer-Hoche, gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober neue Details zum weiteren Vorgehen bekannt.

"Phase von schwierigen Wochen"

"Wir befinden uns in einer Situation der Pandemiebekämpfung mit der wir gerechnet haben. Man merke derzeit die Auswirkungen der Feiertage", erklärte Anschober zu Beginn. Am Donnerstag wurden 2.450 Neuinfektionen vermeldet.

Ziel sei es laut Anschober unter 1.000 Neuinfektionen zu kommen. Die Impfung biete eine große Hoffnung, zuvor wird es aber eine "Phase von schwierigen Wochen" geben. 

"Wir waren sehr froh über erste Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer", betonte der Gesundheitsminister. Am Mittwoch wurde der Impfstoff von Moderna von der EU-Behörde zugelassen. Auch für AstraZeneca hoffe man noch auf eine Zulassung.

Bis Sonntag sollen 30.000 Menschen geimpft werden

Anschober rechtfertigt die geplante Pilotphase vor dem 12. Jänner. Man erhalte wöchentlich rund 61.000 Impfdosen. Bis Ende der Woche sollen fast 30.000 Menschen geimpft werden. Das sei eine "beachtliche Zahle für den Start".

Mit der Zulassung des Moderna-Impfstoffes werden die Handlungsmöglichkeiten erweitert. Im ersten Quartal sollen nach Österreich eine Million Dosen von Biontech/Pfizer und rund 200.000 Dosen von Moderna geliefert werden.

Bis Sommer konkretes Impfangebot für alle

Das Hauptziel ist es laut Anschober, dass es bis in den Sommer ein konkretes Impfangebot für jeden Österreicher und jede Österreicherin gibt. Damit solle vermieden werden, dass wir im Herbst nochmal eine Welle wie vor wenigen Monaten erleben.

Auch Klaudia Tanner begrüßte die Vorverlegung des offiziellen Impfbeginns. "Wir haben keine Zeit zu verlieren. Das Heer ist bereit, dem Gesundheitsministerium zu helfen", so die Verteidigungsministerin. Die Impfstoffe seien die wirkungsvollsten Waffen im Kampf gegen das Virus.

Hersteller kommen in der Produktion nicht nach

Clemens-Martin Auer betonte erneut, dass die gemeinsame Impfstoffbeschaffung auf europäischer Ebene eine gute Entscheidung gewesen sei. Zwei Milliarden Dosen sind unter Vertrag. Derzeit gebe es zwei Marktzulassungen in der EU, weitere werden folgen. Der einzige Wackelkandidat im Portfolio sei jener Impfstoff von Sanofi, aber dieser wäre sowieso erst für Sommer geplant gewesen.

Das Problem jetzt liege bei den Herstellern, da diese mit dem Produzieren nicht nachkommen. "Die Hersteller können derzeit nicht genug Liefermengen auf den Markt bringen", so Auer.

Österreich allein habe Anspruch auf über 18 Millionen Dosen. Er bittet daher um Geduld. Die EU hat genug bestellt. Rudolf Anschober betonte, das gute Team-Work in der Koalition. 31.000 Anmeldungen habe es bereits für die Zulieferungen gegeben, diese werden am Dienstag umgesetzt.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Gruppe der über 80-Jährigen. Für jene, die nicht in Alten- oder Pflegeheimen wohnen, werden Gemeinden und Hausärzte in den Prozess eingebunden.

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