Anschober stellt diese 3 Dinge bei Corona-Impfung klar

Gesundheitsminister Rudolf Anschober.
Gesundheitsminister Rudolf Anschober.Tobias Steinmaurer / picturedesk.com
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) äußert sich zu den Corona-Impfungen in Österreich und erklärt, wie es jetzt weitergehen wird.

Österreich geht in der Impfplanung von der Lieferung von rund zwei Millionen Impfdosen im ersten Quartal und weiteren etwa sechs Millionen Impfdosen im 2. Quartal aus. Zusätzlich wurden die ersten 687.000 Dosen von Johnson & Johnson für das 2. Quartal angekündigt.

Damit können bis Ende des 2. Quartals bei Einhaltung aller Lieferverpflichtung mehr als 4,6 Millionen Menschen oder rund 63 Prozent aller Erwachsenen einen Impfschutz erhalten. Die am Dienstag von der EU-Kommission angekündigte vorgezogene Lieferung von zehn Millionen Dosen an BioNTech/Pfizer lässt Österreich für rund 200.000 Impfdosen erwarten und wird die Impfaktion weiter vorantreiben.

Ab Juli werden zudem weitere elf Millionen Dosen an bereits zugelassenem Impfstoff für das 3. Quartal geliefert. Damit könnten sogar bei entsprechender Impfbereitschaft in der Bevölkerung diese Personen innerhalb kürzester Zeit geimpft werden.

Zur Klarstellung

1. Die Beschaffung der Impfstoffe von Johnson & Johnson war Teil des ersten Beschaffungspakets aus dem Herbst 2020. In diesem wurde mit der Beschaffung von 24 Millionen Impfdosen eine fast dreifache Überbestellung der für Österreich erforderlichen Impfdosen verwirklicht, um einen Risikoabsicherung sicherzustellen. Im Jänner folgten Zusatzbesellungen beim BioNTech und Modern.

Darin und inklusive der Folgebestellungen erwarten wir vorbehaltlich Zulassung und tatsächlicher Liefermenge:

Moderna 4,7 Mio Dosen

AstraZeneca 5,9 Mio. Dosen

Johnson&Johnson 2,5 Mio. Dosen

BioNTech/Pfizer 11,1 Mio. Dosen

CureVac 3 Mio. Dosen

Novavax 1,9 Mio. Dosen

Valneva 1,2 Mio. Dosen

Sanofi 200.000 Dosen

Zum Zeitpunkt des ersten Bestellpakets vom Herbst 2020 musste die Bestellung ohne jede Sicherheit über Marktzulassungen der Produkte, Zeitpunkt der Marktzulassungen sowie Liefermengen zusammengestellt werden. Deshalb wurden die Bestellungen im Rahmen der budgetierten 200 Millionen Euro sehr breit auf die unterschiedlichen erwarteten Produkte aufgeteilt - so wie dies auch die meisten anderen Mitgliedstaaten verwirklicht haben. Es ging um die Erstellung eines risikominimierenden Portfolios. Auch darüber ist die Öffentlichkeit seit November informiert.

2. Österreich hat sich bei den Bestellungen stark auf jene Impfstoffe konzentriert, von denen eine rasche Marktzulassung zu erwarten war, weil immer unser Ziel die Durchimpfung der gesamten Bevölkerung bis im Sommer 2021 war und ist. Bei J&J wurde von den Fachexperten immer von einem späteren Zulassungstermin und damit einem späteren Liefertermin ausgegangen. Bis heute ist nicht endgültig fixiert, welche Lieferung der Bestellmengen von J&J wann kommen.

3. Entscheidend sind daher nicht die Gesamtliefermengen, sondern die Liefermengen, die für das erste Halbjahr abgesichert sind. Dabei ist Österreich gut aufgestellt.

Liefersystem soll auf Pro Rata Populare festgelegt werden

Wichtig ist für Anschober die Initiative im Rahmen des kommenden EU-Ratsgipfel in Richtung mehr Gerechtigkeit beim Liefersystem: Ziel muss es sein, dass die Einzellieferungen anhand des Bevölkerungsschlüssels erfolgen und je nach gesamter Bestellmenge früher oder später auslaufen. Die Verträge sind dabei nach Meinung von Experten nicht eindeutig. Es braucht daher eine politische Lösung.

Anschober: “Ich sehe gute Möglichkeiten, da ich noch weitere Vorziehungen von für das 3. Quartal geplante Lieferungen von Biontech für realistisch halte. Damit haben wir in der EU mehr Spielraum für eine Kompromiss. Eine gerechte Verteilung ist die Grundlage für einen gesamteuropäischen Erfolg in der Impfkampagne. Nur wenn wir gemeinsam die Pandemie bekämpfen, können wir sie wirklich besiegen.

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