Lange Wartezeiten in Tirol

Ansturm auf Transgender-Klinik – schon 900 Patienten

Immer mehr Menschen suchen Hilfe im Transgender-Center Innsbruck. Die Zahl der Erstgespräche hat sich in zehn Jahren fast verdreifacht.
Österreich Heute
04.06.2026, 10:55
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Das Transgender Center in Innsbruck stößt an seine Grenzen. Die Nachfrage nach Beratung und Betreuung steigt seit Jahren deutlich an. Aktuell werden dort zwischen 800 und 900 Menschen betreut, rund ein Drittel davon ist noch nicht volljährig, das berichtet der ORF.

Besonders auffällig: Die Zahl der Erstgespräche hat sich innerhalb von zehn Jahren nahezu verdreifacht. Wer jetzt Unterstützung sucht, muss oft lange warten. Die Wartezeit beträgt laut Klinik mittlerweile bis zu zwölf Monate.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Menschen aus ganz Österreich, aber auch aus Deutschland, Südtirol und der Schweiz wenden sich an das Innsbrucker Zentrum. Für viele Betroffene ist es eine wichtige Anlaufstelle. Das Besondere: Acht Fachbereiche arbeiten dort zusammen, von der Psychiatrie bis zur plastischen Chirurgie.

"Versorgungsproblem in Österreich"

Katharina Feil, Leiterin des Transgender Centers, sieht darin auch ein Zeichen für fehlende Angebote. "Das zeigt ganz deutlich das Versorgungsproblem, das wir in Österreich haben", sagt sie dem ORF.

Ob geschlechtsangleichende Maßnahmen tatsächlich durchgeführt werden, werde laut Klinik genau geprüft. Dazu zählen etwa Hormontherapien oder Operationen. Geschlechtsangleichende Operationen werden erst ab der Volljährigkeit angeboten. Hormonblockaden, die rückgängig gemacht werden können, sind bereits im Kindesalter möglich.

Laut Feil bereuen nur ein bis drei Prozent der an der Klinik betreuten Menschen ihre Therapie.

Erzähle uns deine Story!

Wurde dir eine Beihilfe gestrichen? Kannst du dir das Leben kaum mehr leisten? Ist dir gerade etwas besonders Trauriges, Witziges oder Erstaunliches geschehen? Bewegt dich ein anderes Thema? Bist du der Meinung, dass deine Geschichte erzählt werden sollte? Dann melde dich bei uns unter [email protected]. Denn deine Story ist uns wichtig!Mail an uns

Soziale Medien machen Thema sichtbarer

Als Grund für die steigenden Patientenzahlen nennt Feil unter anderem die sozialen Medien. "Social Media bringt mehr Offenheit und führt dazu, dass sich Menschen trauen, über ihre Identität nachzudenken", erklärte sie im ORF. "Viele kommen zu der Einsicht, dass sie möglicherweise anders sind, als sie es sich bisher eingestanden haben."

Für Betroffene sei der Weg oft mit großem Leidensdruck verbunden. Menschen, die mit ihrer Geschlechtsidentität hadern, würden häufig unter psychischen Belastungen leiden. "Diese Menschen haben eine hohe Rate an Depressionen und Suizidgedanken", sagt Feil, "das ist nichts, was jemand leichtfertig wählt."

Appell an Eltern

Besonders wichtig sei die Unterstützung durch Familie und Umfeld. Eltern sollten offen reagieren, wenn Kinder Fragen zu ihrer Geschlechtsidentität äußern.

"Eltern sollten offen und unterstützend reagieren, wenn ihr Kind sich äußert und fragt, ob es im falschen Körper lebt. Offene Kommunikation und das Suchen nach fachlicher Hilfe sind entscheidend."

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.06.2026, 10:55
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen