Der tragische Tod einer 67-jährigen Spaziergängerin in Osttirol hat nun auch ein juristisches Nachspiel. Nach der tödlichen Kuhattacke in Oberlienz ermittelt die Staatsanwaltschaft Innsbruck wegen des Verdachts der grob fahrlässigen Tötung und der grob fahrlässigen Körperverletzung gegen Unbekannt.
Wie nun bekannt wurde, ordnete die Staatsanwaltschaft bereits am Tag des Unglücks eine Obduktion an. Wer für den Vorfall möglicherweise verantwortlich sein könnte, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.
Der Unfall ereignete sich vor rund zwei Wochen in einem Weidegebiet nahe der Isel. Mehrere Menschen wurden an diesem Tag von einer Kuhherde attackiert. Zunächst erlitt ein Spaziergänger Rippenbrüche, später wurden auch ein Tierarzt und seine Ehefrau von einem Tier angegriffen, blieben jedoch unverletzt.
Wenig später kam es zu dem folgenschweren Vorfall: Eine 67-Jährige und ihr 65-jähriger Ehemann wurden von der Herde angegriffen. Die Frau starb noch an der Unfallstelle, ihr Mann wurde schwer verletzt. Wie nun bekannt wurde, konnte der Witwer mittlerweile das Krankenhaus verlassen.
Warum die Tiere an diesem Tag derart aggressiv reagierten, ist weiterhin unklar. Laut Polizei war keines der Opfer mit einem Hund unterwegs. Allerdings soll ein Zeuge zuvor eine Spaziergängerin mit Hund im Bereich der Weide beobachtet haben. Ob dies mit dem Verhalten der Tiere in Zusammenhang steht, wird geprüft.
Nach dem Unglück wurde der betroffene Wegabschnitt gesperrt und eine Umleitung eingerichtet. Ein Teil der Tiere befindet sich inzwischen hinter Zäunen. In den kommenden Tagen sollen die Kühe auf die Alm gebracht werden, danach könnte die Sperre wieder aufgehoben werden.
Die Ermittlungen der Polizei sind noch nicht abgeschlossen. Nach weiteren Einvernahmen soll der Akt der Staatsanwaltschaft zur rechtlichen Beurteilung vorgelegt werden.