Anwalt von Verdächtigem: "Kein Motiv, kein Mord"

Anwalt Michael Dohr (l.) und sein Mandant Erwin F. (59, r.); dahinter die Wohnhausanlage, in der Frieda L. (70) erstochen wurde.
Anwalt Michael Dohr (l.) und sein Mandant Erwin F. (59, r.); dahinter die Wohnhausanlage, in der Frieda L. (70) erstochen wurde.Bild: privat, heute.at, LPD NÖ

Nach Gesprächen mit seinem Mandanten (59) steht für Anwalt Michael Dohr fest: Dieser habe kein Motiv für die Bluttat gehabt, die Leiche nur berührt.

Frieda L. (70), eine pensionierte Ex-Mitarbeiterin des Spitals Neunkirchen, war am 11. Oktober 2017 erstochen in ihrer Wohnung in Neunkirchen aufgefunden worden.

Erst nach einem Tipp aus der Wohnanlage und DNA-Spuren bei der Leiche stieß die Kripo nach einem halben Jahr auf Erwin F. (59). Der Beschuldigte hatte fünf Jahre eine On/Off-Beziehung mit einer Nachbarin von Frieda L. gehabt, kannte die 70-Jährige daher flüchtig.

Das Motiv, das zur Bluttat führte, ist noch unklar. Für Frühpensionist Erwin F., der in U-Haft in Wr. Neustadt sitzt, gilt die Unschuldsvermutung.

Leiche nur berührt?

Anwalt Michael Dohr, der den Beschuldigten vertritt, sagt gegenüber den "Bezirksblättern", Erwin F. hätte kein Motiv gehabt: "Das spricht für eine Beziehungstat, das wird Ihnen jeder Psychiater bestätigen." Beim Verlassen seiner früheren Freundin hätte er die offene Wohnungstür von Frieda L. gesehen, wollte nachsehen. Er berührte die blutüberströmte Leiche zwar – deshalb die DNA-Spuren – verließ danach den Tatort wieder.

Der Polizei habe er den Leichenfund nicht gemeldet, weil er Angst hatte und unter Schock stand. Dohr: "Haben Sie schon einmal eine blutüberströmte Leiche gefunden? Er fürchtete, dass der Verdacht sofort auf ihn fällt." Für den Anwalt steht fest: "Kein Motiv, kein Mord."

(red)

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