Steve Jobs liebte seine Geräte. Er nannte sie magisch und hielt sie für Werkzeuge, die das Leben besser machen. Mit dem iPhone gelang ihm etwas, das in dieser Wucht vorher wohl nur Nokia geschafft hatte: ein Gerät, das plötzlich alle wollten.
Doch sein Nachfolger Tim Cook, der Apple seit 2011 führt, sagt jetzt genau das Gegenteil: Weniger starren, mehr leben. Rausgehen. Natur. Man solle nicht öfter aufs Display schauen als in die Augen anderer Menschen, so der Apple-Chef. Dauer-Scrolling sei kein Lebensentwurf.
Wie inside-digital.de unter Berufung auf People.com berichtet, gibt sich Cook überraschend offen: Weniger Bildschirmzeit, mehr echtes Leben. Das ist vermutlich ehrlich gemeint - aber auch ein bisschen so, als würde ein Zuckerhersteller plötzlich vor Süßigkeiten warnen.
Dabei war Jobs selbst keineswegs naiv. Privat war er erstaunlich streng. Seine Kinder durften das iPad nicht frei benutzen - zu groß die Sogwirkung. Am Esstisch wurde geredet, nicht gescrollt. Bücher statt Bildschirme. Jobs wusste, was er da gebaut hatte.
Am Ende bleibt Cooks Appell: Nutzer sollen Bildschirmzeit begrenzen, Eltern ihre Kinder warnen und Schulen Medienkompetenz lehren. Dauer-Online-Sein kann einsam machen, ängstlich und depressiv, warnen Gesundheitsorganisationen. Alles richtig - nur eben nicht neu.