So teuer wie ein iPhone

Darum will jetzt jeder ein "Dumb" Phone

Smartphones dominieren unseren Alltag, doch immer mehr Menschen sehnen sich nach mehr Ruhe. Mit einem "Dumb" Phone soll das funktionieren.
Artiola  Zhabota
02.02.2026, 16:04
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Das Smartphone ist für viele Menschen längst mehr als nur ein Telefon: Es weckt uns morgens, begleitet uns durch den Arbeitstag und sorgt abends für Unterhaltung. Social Media, Mails und Push-Nachrichten sorgen dafür, dass der Blick ständig aufs Display fällt. Genau diese Dauerpräsenz wird aber immer mehr Menschen zu viel: Das Gefühl, nie wirklich abzuschalten und immer erreichbar sein zu müssen, führt nun bei vielen zu Stress und Erschöpfung.

Zurück zu weniger Funktionen

Als bewusste Gegenbewegung erlebt ein alter Klassiker ein überraschendes Comeback: das sogenannte "Dumb" Phone. Die Geräte beschränken sich auf das Wesentliche – Telefonieren, SMS und manchmal einfache Fotos. Was lange als nicht mehr zeitgemäß galt, wird heute ganz bewusst wieder genutzt – und nicht aus Nostalgie, sondern als Reaktion auf die digitale Dauerbeschallung.

Kontrolle statt Dauer-Online

Der Griff zum einfachen Handy wirkt jetzt wie ein Statement: Wer heute ein Tasten- oder Klapphandy aus der Tasche zieht, gilt nicht als rückständig, sondern als jemand, der bewusst Grenzen setzt. Es geht um Kontrolle über die eigene Zeit, um mehr Konzentration im Alltag und um mentale Entlastung.

Der Trend, der ironischerweise auf TikTok die Runde macht, passt zu einer Entwicklung, die sich schon länger abzeichnet: Sogenannte "Digital-Detox"-Retreats sind ausgebucht, Bildschirmzeit-Apps warnen täglich vor zu viel Nutzung – werden aber oft ignoriert. Viele Menschen wissen, dass sie weniger am Handy sein sollten, schaffen es aber nicht.

"Dumb" Phones setzen genau hier an: Nicht Willenskraft entscheidet, sondern das Gerät selbst zieht die Grenze. Wer keine Apps hat, kann auch nicht endlos scrollen.

Verzicht als Luxus

Die einfachen Handys sind aber alles andere als günstig: Modelle wie das Light Phone III oder das Punkt MP02 kosten mehrere hundert Euro und liegen damit preislich auf dem Niveau des ersten iPhones (iPhone 2G), das 2007 für rund 420 Euro auf dem Markt erschien. Der bewusste Verzicht wird damit selbst zum Produkt – minimalistisch im Funktionsumfang, aber hochwertig im Design und Preis.

So wird das "Dumb" Phone paradoxerweise zum Statussymbol: Offline-Sein gilt plötzlich als Luxus, Entschleunigung als "Lifestyle"-Entscheidung. Ob der Trend anhält oder nur eine Gegenbewegung bleibt, ist offen.

{title && {title} } AZ, {title && {title} } Akt. 02.02.2026, 16:15, 02.02.2026, 16:04
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