Heizen auf Sparflamme

Trend um Teelichtöfen – so gefährlich ist der Heiz-Hack

Der kleine DIY-Trend aus dem Netz soll Heizkosten senken und Räume aufwärmen. Doch der Kerzen-Trick bringt mehr Risiko als Nutzen.
Heute Life
21.01.2026, 09:22
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Kalte Wohnung, heiße Idee? Im Netz macht gerade ein DIY-Trend die Runde: Teelichtöfen sollen Räume wärmen und Heizkosten sparen. Ein paar Kerzen, ein Tontopf – und fertig ist die Mini-Heizung für das Eigenheim. Doch was nach einem gemütlichen Heiz-Hack klingt, kann schnell zur Gefahr werden.

Wie viel Wärme bringt ein Teelichtofen wirklich?

Ein Teelichtofen wird meist mit vier oder fünf Teelichtern betrieben. Ein einzelnes Teelicht hat eine Heizleistung von maximal rund 40 Watt. Selbst mit fünf Teelichtern kommst du also nur auf etwa 200 Watt. Das klingt im ersten Moment gar nicht so wenig – reicht aber in der Praxis kaum aus, um einen Raum wirklich spürbar zu erwärmen.

Zum Vergleich: In einem 15-Quadratmeter-Zimmer bräuchtest du etwa 1.500 Watt, um auf gemütliche 20 Grad zu kommen. Mit einem kleinen Teelichtofen bist du davon weit entfernt. Um das überhaupt annähernd zu schaffen, müsstest du deutlich mehr Kerzen gleichzeitig abbrennen – und das kann gefährlich werden.

Teuer und schlecht für die Umwelt

Wer versucht, mit einem Teelichtofen tatsächlich zu "heizen", braucht schnell eine ganze Menge Teelichter: Das geht ordentlich ins Geld und ist alles andere als nachhaltig. Die meisten Teelichter bestehen aus Paraffin oder Stearin: Beide Rohstoffe gelten als problematisch, wenn es um Umwelt und Gesundheit geht. Dazu kommt: Die kleinen Hüllen sind oft aus Aluminium oder Plastik, Müll inklusive.

Offenes Feuer in der Wohnung

Der größte Haken an Teelichtöfen ist aber nicht die fehlende Heizleistung, sondern das Brandrisiko: Ein Teelichtofen ist eine selbst gebastelte Konstruktion, bei der offenes Feuer im Spiel ist. Kinder oder Haustiere können sich dem Ofen nähern, ihn anstoßen oder sogar umwerfen. Schon eine umgekippte Kerze kann dafür sorgen, dass Vorhänge, Teppiche oder Möbel Feuer fangen.

Außerdem dürfen Teelichter nicht einfach dicht nebeneinander stehen, denn bei zu viel Hitze kann es gefährlich werden: Es droht ein Wachsbrand, bei dem sich brennbare Gase schlagartig entzünden können. So einen darfst du, genauso wie einen Fettbrand, niemals mit Wasser löschen. Brennendes Wachs kann nur mit Löschspray, Feuerlöscher oder Löschdecke erstickt werden. Wer das nicht zu Hause hat, hat im Ernstfall ein massives Problem.

Verbrennungsgefahr

Auch wenn viele Teelichtöfen "harmlos" aussehen: Sie können extrem heiß werden. Wer den Tontopf oder die Konstruktion berührt, kann sich leicht verbrennen. Gerade dann, wenn man den Ofen nicht nur im Blick hat, sondern ihn neben Sofa oder Bett betreibt, wird es riskant.

Schadstoffe & schlechte Luft

Neben der Brandgefahr gibt es noch einen Punkt, den viele vergessen: die Luft. Beim Abbrennen, vor allem bei billigen Kerzen, können Schadstoffe entstehen. Vor allem mangelhafte Paraffinkerzen mit erhöhtem Schwefelgehalt können Schwefeldioxid bilden, was allergieähnliche Reaktionen auslösen kann.

Zudem verbrauchen offene Flammen Sauerstoff. Regelmäßiges Lüften ist also Pflicht. Blöd nur: Damit ist die mühsam gewonnene Wärme auch gleich wieder draußen.

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