Es ist hübsch, nostalgisch – und oft ein echtes Schnäppchen: Vintage-Geschirr liegt voll im Trend. Ob handgemalte Blumen, zarte Pastelltöne oder ein edler Goldrand: ein altes Tellerset aus dem Secondhand-Laden macht auf dem Tisch richtig was her. Doch genau hier lauert eine Gefahr, die viele unterschätzen: In altem Geschirr können giftige Stoffe stecken – allen voran Blei.
Das Blei steckt nicht direkt "im Teller", sondern häufig in der Glasur. Dort wurde es früher verwendet, weil es diese leichter verarbeitbar machte, schön glänzen ließ und Farben besser zur Geltung brachte.
Entscheidend ist aber nicht nur, ob Blei enthalten ist, sondern vor allem, wie viel davon tatsächlich freigesetzt wird – also ins Essen wandert. Denn: Unter bestimmten Bedingungen können sich Giftstoffe lösen. Die AGES warnt, dass sich bei Lebensmittelkontakt, Schwermetalle wie Blei, Arsen oder Nickel aus Materialien herauslösen und in Lebensmittel übergehen können.
Besonders tückisch: Blei bleibt lange im Körper. Dadurch ist vor allem eine schleichende, langfristige Belastung gefährlich. Bei chronischer Aufnahme können mehrere Organsysteme betroffen sein, besonders das zentrale Nervensystem.
Vor allem bei Geschirr, bei dem du nicht weißt, wie alt es ist oder woher es stammt, ist Vorsicht angesagt.
Vintage-Geschirr kann wunderschön sein – im Alltag ist es aber nicht immer die beste Wahl. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Essen oder Getränke länger mit der Glasur in Kontakt kommen oder wenn heiße, saure oder salzige Speisen im Spiel sind. Gerade bei alten oder beschädigten Glasuren kann es passieren, dass Stoffe aus dem Material herausgelöst werden.
Im Netz werden oft schnelle Blei-Testkits für daheim angeboten, doch zuverlässig sind sie nicht immer: Viele dieser Tests reagieren nur auf frei zugängliches Blei, das nicht fest in der Glasur gebunden ist. Andere schlagen erst bei sehr hohen Belastungen an. Das kann dazu führen, dass ein vermeintlich "negatives" Ergebnis trügerische Sicherheit vermittelt.
Wer wirklich ganz sicher gehen will, setzt daher auf laborgeprüftes Geschirr – und lässt Flohmarkt-Funde lieber dort glänzen, wo sie niemandem schaden: als hübsches Deko-Stück.