Debatte um Sternsinger

Kein Einlass ohne schwarze Farbe – Kinder abgewiesen

Rassistisch oder Tradition? Gerade vielen Älteren stößt es sauer auf, dass sich die Sternsinger hierzulande nicht mehr schminken.
Newsdesk Heute
06.01.2026, 19:38
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Im ganzen Land sind bzw. waren bereits die Sternsinger von Haus zu Haus unterwegs. Viele Gruppen werden dabei mit der Frage konfrontiert, warum Caspar oder Melchior keine schwarze Farbe im Gesicht tragen – dies sorgt bereits seit Jahren wieder für Debatten. Auch in den sozialen Medien tobt ein Kulturkampf.

Gegenüber der "Kleinen Zeitung" heißt es etwa aus einer Kärntner Pfarre, dass den Sternsingern gleich bei einigen Häusern der Eintritt verweigert wurde, da keines der Kinder geschminkt war. Daher werden die Sternsinger nun wieder zumindest leicht geschminkt. "Die Leute wollen das so", hieß es weiter.

Weg vom Schminken

"Das war immer so und das soll auch so bleiben", laute vor allem der Tenor bei der älteren Generation. Auch Erklärungsversuche, warum dies nicht mehr gemacht werde, würden bei manchen Menschen im Sand verlaufen, sagte Sabine Jäger von der Dreikönigsaktion in der Diözese Gurk zur "Kleinen".

Das Bemalen von weißen Sternsingern mit schwarzer Farbe wird von einigen Personen als rassistisch angesehen und als "Blackfacing" bezeichnet. Dies sei laut Jäger jedoch nicht der primäre Grund, warum man darauf gern verzichten möchte. Viel mehr gehe es darum, den Kindern die Farbe generell zu ersparen.

Rückkehr zu alten Bräuchen in der Steiermark

Es war früher auch üblich, dass nicht nur ein Sternsinger schwarz angemalt war. Auch die beiden übrigen hatten rote bzw. gelbe Farbe im Gesicht. "Die Farben sind für unterschiedliche Regionen der Erde gestanden. Wir sind aber eine Welt", erklärt Jäger. Eine Rückkehr zur alten Tradition gibt es nun in der Steiermark. Dies würde auch Menschen, die besucht werden, freuen.

Laut Jäger wolle man in Kärnten grundsätzlich einen anderen Weg gehen, aber es sei den Gruppen selbst überlassen, ob sie die Kinder bemalen wollen. Während ältere Personen diesbezüglich kein Blatt vor den Mund nehmen würden, wüssten die Kinder oft gar nicht, warum über das Thema diskutiert wird. Jäger versuche es ihnen dann zu erklären, sollten sie fragen.

Debatte um Spenden

Nicht nur das Erscheinungsbild der Sternsinger sorgt vielerorts für Diskussionsstoff. Auch über den Spendenzweck wird heiß debattiert. In diesem Jahr werden Gelder für Tansania – ein Land in Ostafrika – gesammelt. Man wolle dabei weg von dem Begriff der "Dritten Welt" kommen. Stattdessen sei von "Entwicklungsländern" oder dem "Globalen Süden" die Rede.

Manche Menschen würden es jedoch nicht einsehen, warum das gesammelte Geld nicht in Österreich bleibt. Seitens der Sternsinger versuche man transparent zu erklären, wieso der Betrag dort gebraucht wird. Laut Jäger sei es dem Großteil eher egal, wo das Geld hingeht. Der Beleg sei ihnen wichtiger. Im Vorjahr wurden 1,7 Millionen Euro für Nepal gespendet, nächstes Jahr sollen die Gelder nach Kolumbien gehen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 06.01.2026, 19:55, 06.01.2026, 19:38
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