Laut einer aktuellen Umfrage von Marketagent in Zusammenarbeit mit der FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg, in der 1010 Österreicherinnen und Österreicher befragt wurden, empfinden rund 86 Prozent Österreich als sicher.
In gewissen Situationen geht dieses Gefühl jedoch bei manchen Menschen verloren. Besonders junge Personen und Frauen fühlen sich unter gewissen Umständen bedroht. Die Sorgen der Bevölkerung drehen sich größtenteils um Preissteigerungen, Migration und Kriege.
Ein großer Unterschied macht sich schon bei der Tageszeit bemerkbar. Während sich bei Helligkeit 91,3 Prozent der Österreicher in ihrer eigenen Wohngegend sicher fühlen, sind es in der Nacht nur noch 70,2 Prozent. Besonders Frauen, junge Menschen und Bewohner von Großstädten haben bei Dunkelheit ein ungutes Gefühl. Ganze 45 Prozent fühlen sich hier unsicherer als vor fünf Jahren.
Die größte Unsicherheit verspürt die heimische Bevölkerung demnach bei Fahren per Anhalter (59 Prozent). Nur 50 Prozent fühlen sich dabei sicher, Fremden die Tür zu öffnen. Auch Parks und Grünanlagen werden bei Nacht eher gemieden (46 Prozent). Manche Menschen meiden sogar gewisse Stadtteile (40 Prozent).
Gründe dafür sind vor allem die Angst vor körperlicher Gewalt (52 Prozent). Aber die Furcht vor bestimmten Personengruppen (50 Prozent) und ein allgemeines Unwohlsein (50 Prozent) spielen dabei eine Rolle.
Gar jeder Vierte hat Angst, Opfer eines körperlichen Angriffs zu werden. Jeder Fünfte fürchtet sich vor Einbruch, Raub oder Betrug. Bei sexualisierter Gewalt zeigen sich große Unterschiede hinsichtlich des Geschlechts. Drei von zehn Frauen haben Angst, Opfer von sexueller Belästigung bzw. Gewalt zu werden. Bei jungen Frauen sind es gar sechs von zehn. Ganze 74 Prozent denken, dass die Berichte über Kriminalität in den letzten Jahren zugenommen haben.
Geht es um Vertrauen in andere Menschen, zeigt sich die Mehrheit (53 Prozent) positiv. 47 Prozent sind hingegen vorsichtig. Geht es um öffentliche Institutionen, genießt die Feuerwehr das höchste Maß an Vertrauen (93 Prozent). Der Rettung vertrauen 89 Prozent, während 71 Prozent auf die Polizei zählen.
Unsere Politik hingegen genießt lediglich ein Vertrauensmaß von 13 Prozent. Besonders alarmierend: Nur knapp ein Viertel glaubt, dass andere Menschen ihnen in einer Gefahrensituation helfen würden (23 Prozent).
Laut dem Gründer und Geschäftsführer von Marketagent, Thomas Schwabl, würden die Daten zeigen, dass Österreich objektiv ein sicheres Land sei, "aber das subjektive Gefühl vieler Menschen driftet davon ab".
Vor allem junge Menschen würden sich weniger sicher und mental stärker belastet fühlen. Dies sei darauf zurückzuführen, dass sie "in einer Zeit multipler Krisen" aufwachsen, "was sich unmittelbar in ihrem Sicherheitsgefühl widerspiegelt", so Schwabl.