Genuss

Giftige Schwermetalle in ausländischem Spargel 

Der NDR hat Spargelproben auf Pestizide, Chlorate und giftige Schwermetalle untersuchen lassen. Importierte Stangen schnitten schlecht ab.

Sabine Primes
Spritzmittel oder Chlorate wurden in den Proben zwar nicht gefunden, aber das Schwermetall Cadmium und das Halbmetall Arsen. (Symbolbild).
Spritzmittel oder Chlorate wurden in den Proben zwar nicht gefunden, aber das Schwermetall Cadmium und das Halbmetall Arsen. (Symbolbild).
Martin Schutt / dpa / picturedesk.com

Die Spargelsaison aus heimischer Ernte hat von Ende April bis Mitte Juni seinen saisonalen Höhepunkt. Aber bereits seit Wochen gibt es in heimischen Supermärkten weißen und grünen Spargel zu kaufen. Rund 2.500 Tonnen, im Verhältnis 2:1 weißer und grüner Spargel, werden jährlich in Österreich auf einer Fläche von rund 750 Hektar Land geerntet, ebenso viel wird jedoch auch aus dem Ausland importiert.

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat ausländischen Spargel genauer unter die Lupe genommen und Proben von Spargel aus Spanien, Griechenland und Peru auf Pestizide, Chlorate und giftige Schwermetalle untersuchen lassen. 

Arsen und Cadmium

Das Ergebnis: Spritzmittel oder Chlorate wurden in den Proben zwar nicht gefunden, aber das Schwermetall Cadmium in den Proben aus Peru und Spanien – mit Werten über dem in der EU zulässigen Grenzwert von 0,03 Milligramm pro Kilogramm. Der spanische Spargel hatte 0,035 mm/kg, der peruanische 0,066 mm/kg und hätten somit gar nicht verkauft werden dürfen. "Cadmium ist ein schweres Gift, was Leber und Nieren schädigen kann, aber auch krebserregend sein kann", so Gary Zörner vom beauftragten Labor für Chemische und Mikrobiologische Analytik in Delmenhorst im NDR-Beitrag. Dass Gemüse mit überschreitendem Höchstwert trotzdem verkauft wird, liegt laut Zörner daran, dass viel zu wenig gemessen und kontrolliert würde.

    Die Initiative oekoreich hat 15 Produkte von SPAR, BILLA & HOFER verglichen.
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    Martin Huber / picturedesk.com

    Außerdem wurde in allen Proben Arsen gefunden. Arsen ist – wie Cadmium – giftig. Da Arsen ein natürlicher Bestandteil der Erdkruste ist, kommt es im Boden, im Wasser und in der Luft vor. Aufgrund des Arsengehaltes im Boden, der Atmosphäre oder des Wassers, das zur Bewässerung verwendet wird, kann Arsen in pflanzliche Lebensmittel gelangen. Reis kann mehr Arsen in anorganischer Form enthalten als andere pflanzliche Lebensmittel. Der Arsengehalt im Reis schwankt je nach Arsengehalt des Bodens und des Wassers der Anbauregion und ist zudem von der Anbaumethode und der Reissorte abhängig. Wenn zum Beispiel die Felder beim Anbau geflutet werden, führt dies zu einer höheren Verfügbarkeit von Arsen im Boden. Wenn das Bewässerungswasser zusätzlich noch hohe Arsengehalte aufweist, steigt die Menge an Arsen in den Reiskörnern. Die Europäische Kommission hat 2015 Höchstgehalte für anorganisches Arsen in Reis und Reisprodukten festgelegt. Für Spargel gibt es jedoch keine EU-Richtlinie. Für den TV-Beitrag wurde nur der Arsen-Gesamtwert der Proben gemessen. Besonders das anorganische Arsen ist bedenklich. 

    Krebsverursachend

    Anorganisches Arsen ist giftig und krebserregend. Das aufgenommene Arsen gelangt in alle Organe des Körpers. Wird anorganisches Arsen über längere Zeit aufgenommen, dann kann es dazu beitragen, dass Krankheiten entstehen: Dazu zählen Hautschädigungen, Herzerkrankungen und verschiedene Krebsarten wie Blasen- und Lungenkrebs. In der Schwangerschaft kann Arsen von der Mutter auf das heranwachsende Kind übertragen werden.

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