Nach dem Tod von Johanna G. (34) aus Tillmitsch bleiben weiter zahlreiche Fragen unbeantwortet. In einer Pressekonferenz am Mittwoch, 14. Jänner, informierten Polizei und Staatsanwaltschaft nun erstmals ausführlicher über den aktuellen Stand der Ermittlungen.
Im Fokus steht ein 30-jähriger Cobra-Beamter, gegen den Mordverdacht besteht. Ein vollumfängliches Geständnis liegt jedoch noch nicht vor. Deshalb hielten sich die Ermittler zu Details über Tatablauf und Motiv bewusst zurück. Das geschehe aus Rücksicht auf die Angehörigen und aus ermittlungstaktischen Gründen, so die Staatsanwaltschaft.
Unklar ist weiterhin, wo Johanna G. getötet wurde. Als mögliche Tatorte kommen sowohl ihre Wohnung als auch das Auto des Verdächtigen infrage. Der Todeszeitraum wird auf Freitagabend zwischen 19 und 24 Uhr eingegrenzt, möglicherweise auf einer Strecke zwischen Tillmitsch und Kirchberg an der Raab.
Die vermisste Südsteirerin (34) ist tot. Die Polizei hat nach tagelanger Suche ihre Leiche gefunden. Der Tatverdächtige ist ein 30-jähriger Cobra-Polizist. Er selbst spricht von einem tragischen "Sex-Unfall". Die Chronologie des Falls:
Landespolizeidirektor Gerald Ortner zeigte sich bei der Pressekonferenz tief betroffen. Die Tat mache alle "fassungslos", sagte er und dankte den Ermittlern des Landeskriminalamts für ihre akribische Arbeit. Die Ermittlungen begannen am Samstag mit der Vermisstenanzeige der Mutter.
Nach einer Wohnungsöffnung (Haus siehe Foto ganz oben) zeigte sich die Wohnung der 34-Jährigen aufgeräumt und leer. Nur ein Detail machte die Mutter stutzig: Ihre Tochter hatte das Geschirr nicht abgewaschen, das sei unüblich und ein Indiz dafür, dass Johanna die Wohnung schnell bzw. spontan verlassen hat.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Eine Handy-Ortung führte schließlich nach Kirchberg an der Raab. Später gab der Verdächtige an, das Handy bei sich gehabt und während der Fahrt aus dem Auto geworfen zu haben. Mehrere Suchaktionen nach der vermissten Steirerin blieben erfolglos.
Erst am Dienstag nannte der Elite-Polizist den genauen Ablageort. In einem Waldstück nahe seines Wohnortes wurde Johanna G. im Erdreich vergraben aufgefunden. Spuren im Schnee führten zum genauen Ablageort. Der Verdächtige sitzt in der Justizanstalt Graz-Jakomini, Untersuchungshaft wegen Mordverdachts soll verhängt werden.
Für den Beamten, der seit dem Jahr 2021 beim Einsatzkommando Cobra tätig ist, gilt die Unschuldsvermutung.
Die Anteilnahme ist gewaltig – Johannas Freunde und Bekannte trauern auf Social Media. "I hob di so unglaublich lieb... bitte lass mi ned alleine, komm zurück", schreibt etwa ihre beste Freundin.