Johanna G. weiter vermisst

Cobra-Polizist verwickelte sich in Widersprüche

Johanna G. aus Tillmitsch ist weiter spurlos verschwunden – sie soll von einem Elite-Cop ein Kind erwarten, der die Beziehung geheim halten wollte.
André Wilding
13.01.2026, 14:14
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Der Vermisstenfall um Johanna G. aus Tillmitsch (Bezirk Leibnitz) bleibt auch Tage nach ihrem Verschwinden ein großes Rätsel. Seit Samstag, 10. Jänner, fehlt von der 34-jährigen Fitnesstrainerin jede Spur. Mit jedem neuen Detail wächst jedoch die Sorge, dass die Südsteirerin Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein könnte.

Über Dating-App kennengelernt

Fix ist: Ein 30-jähriger Cobra-Beamter aus der Südoststeiermark wurde am Montag festgenommen. Er soll Johanna vor einigen Monaten über eine Dating-App kennengelernt haben. Anfangs hatte der Polizist bestritten, die Frau jemals getroffen zu haben und sich in Widersprüche verwickelt. Erst als ihm Chatverläufe vorgelegt wurden, räumte er ein, sporadisch Kontakt mit ihr gehabt zu haben.

Der Elite-Polizist gab zu, Johanna am Freitagabend vor ihrem Verschwinden getroffen zu haben – angeblich zu einer Aussprache. Damit ist er der letzte bekannte Kontakt der 34-Jährigen. Sie sei zu diesem Zeitpunkt wohlauf gewesen, beteuert der Beamte. Dass er persönliche Treffen zunächst abgestritten habe, erklärte er damit, dass er in einer aufrechten Beziehung lebt und die Affäre geheim halten wollte.

In frühem Stadium schwanger

Die Polizei bestätigte zudem, dass bei der Durchsuchung von Johannas Wohnung in Tillmitsch keine Spuren von Gewalt gefunden wurden. Auch an der Wohnadresse des Polizisten gab es keine Hinweise auf ein Verbrechen. Sichergestellt wurden bei ihm jedoch private Schusswaffen und Munition, die er legal besaß. Gegen den Beamten wurde ein Waffenverbot ausgesprochen.

Brisant: Aus dem Umfeld der Vermissten heißt es, Johanna G. habe von einer Schwangerschaft in einem frühen Stadium erzählt – das berichtet die "Kleine Zeitung". Und auch laut "Heute"-Infos soll die Trainerin von dem Polizisten ein Kind erwarten. Sollte sie tatsächlich schwanger gewesen sein und der festgenommene Polizist der Vater, könnte das ein mögliches Motiv für eine Gewalttat darstellen. Der Mann bestreitet jedoch eine Vaterschaft.

Zeit-Weg-Profile erstellt

Die Ermittler schließen weiterhin kein Szenario aus – weder ein Gewaltverbrechen noch Suizid oder ein anderes Geschehen. Der Cobra-Beamte gilt derzeit nicht als dringend tatverdächtig, wird aber am Dienstag erneut von den Ermittlern einvernommen. Außerdem werden auch Zeit-Weg-Profile erstellt, um zu sehen, ob die Aussagen des Polizisten stimmen können.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Ob der Polizist in U-Haft kommt oder freigelassen wird, entscheidet sich bald – das Schicksal von Johanna G. bleibt weiter ungewiss. Die Suche nach der vermissten Steirerin läuft jedenfalls auf Hochtouren.

Die 34-Jährige stammt aus Anger im Bezirk Weiz und ist laut "Kleine Zeitung" erst kürzlich nach Tillmitsch gezogen. Sie arbeitet als Fitnesstrainerin und Wellnesscoach, liebt Eisbaden, Kickboxen und Roadtrips mit dem Campingbus.

Johanna G. wird als lebensfroh, aktiv und unternehmungslustig beschrieben. Zu ihrer Familie hatte sie engen Kontakt – ihre Mutter meldete die junge Frau am Samstag, 10. Jänner, als vermisst.

Für den Polizisten gilt die Unschuldsvermutung.

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 14.01.2026, 10:59, 13.01.2026, 14:14
Jetzt E-Paper lesen