Nach einem stundenlangen Verhör durch die Kripo legte der verhaftete Cobra-Beamte am Dienstag ein Geständnis ab: Johanna G. aus der Steiermark ist tot – der Elite-Polizist spricht aber von einem Sex-Unfall.
Der 30-jährige Cop war der Letzte, der Johanna G. vor ihrem Verschwinden am Freitag gesehen hatte. Seit Montagfrüh saß er bei Kripo-Ermittlern, die ihn intensiv befragten. Schließlich brach der junge Mann ein.
Seine Version der Ereignisse: Es sei in einem Auto zu Intimitäten gekommen, dabei zu sogenannten "Würgespielen". Diese hätten tödlich geendet – eine Mordabsicht bestreitet der Verdächtige und spricht von einem Unfall.
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In Panik habe er den leblosen Körper der Frau in einem Loch verscharrt. Am Dienstag führte der Cobra-Beamte die Ermittler zum Garten seiner Familie in der Südsteiermark. Dort wurde die Leiche der 34-Jährigen geborgen.
Entgegen der Aussage des Verdächtigen soll es zwischen dem Mann und der Fitnesstrainerin in letzter Zeit nicht zu Liebeleien, sondern zu Streit gekommen sein. Laut Informationen aus ihrem Umfeld war die Frau von ihm schwanger. Allerdings lebte der Cobra-Beamte mit einer anderen zusammen.
Die Polizei trat am Mittwoch um 10.30 Uhr vor die Presse und teilte weitere Details zu dem tragischen Fall mit.
Man habe nach der Vermisstenmeldung der Mutter umgehend intensive Suchmaßnahmen und diverse Ermittlungstätigkeiten eingeleitet. Rasch sei der 30-jährige Polizist dabei in den Fokus der Ermittlungen geraten. Er habe schließlich am Dienstag ein Teilgeständnis abgelegt und den Fundort der Leiche bekanntgegeben – es handelt sich um die vermisste Südsteirerin.
Die Wohnung der 34-Jährigen sei bei einer Überprüfung sehr gepflegt gewesen und es habe keinerlei Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gegeben. Der tatverdächtige Polizist habe bei einer ersten Befragung angegeben, dass er seit Dezember 2025 keinen Kontakt mehr mit ihr hatte.
Die Mutter sei stutzig geworden, als sie in der Wohnung ihrer Tochter schmutziges Geschirr gesehen hatte. Da habe sie gewusst, dass etwas nicht stimmen konnte. Es folgten intensive Ermittlungen und es konnte schnell herausgefunden werden, dass die Angaben des tatverdächtigen Beamten nicht stimmen konnten. Man sei dann die vom Polizisten genannte Strecke mit dem Verdächtigen abgefahren.
Der Beschuldigte habe am Montag mitgeteilt, dass er das Smartphone der 34-Jährigen aus seinem Auto geworfen habe. Im Bereich der Raab folgten mehrere Suchaktionen, diese verliefen negativ. Am Dienstag habe der 30-Jährige dann offenbart, wo die vermisste Frau zu finden sei. Das Opfer war in einem Erdreich vergraben.
Der Beschuldigte wurde am Dienstagabend in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft hat bereits die U-Haft wegen des Verdachts des Mordes beantragt. Eine Obduktion soll die Todesursache klären und die bisherigen Angaben des Tatverdächtigen überprüfen.
Die Polizei geht derzeit davon aus, dass die Tat am Freitag nach 19.00 Uhr passiert ist und um 24.00 Uhr vollendet war. Die Ermittler haben noch keinen konkreten Tatort – die Tat könnte in einer Wohnung, aber auch in einem Fahrzeug geschehen sein. Die Polizei schweigt eisern zu weiteren Details. Spuren im Schnee haben aber den Fundort der Leiche verraten.
Der Tatverdächtige war seit 2021 beim Einsatzkommando Cobra tätig. Die Ermittlungen laufen unterdessen weiter. Für den Polizisten gilt die Unschuldsvermutung.
Die vermisste Südsteirerin (34) ist tot. Die Polizei hat nach tagelanger Suche ihre Leiche gefunden. Der Tatverdächtige ist ein 30-jähriger Cobra-Polizist. Er selbst spricht von einem tragischen "Sex-Unfall". Die Chronologie des Falls:
Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit wurde beauftragt, die internen Abläufe beim Einsatzkommando Cobra – Außenstelle Süd zu prüfen. Insbesondere ist die Frage zu klären, wie der Tatverdächtige, neben seinen privaten, legal besessenen Faustfeuerwaffen, in den Besitz einer fremden Dienstwaffe gekommen ist.
Auch wird geprüft, wie der Tatverdächtige zu der bei ihm aufgefundenen, größeren Anzahl an Munition gekommen ist. Die interne Prüfung wird von der Direktion für Spezialeinheiten, unter Einbindung von Fachkräften und Experten des Innenministeriums, durchgeführt werden.