Jedes Jahr, das gleiche Bild, wenn es kälter wird: Auf Gehwegen, Einfahrten und Nebenstraßen wird ordentlich nachgelegt – Streusalz landet kiloweise am Boden. "Viel hilft viel" lautet das Motto. Doch genau das kann richtig nach hinten losgehen: Der Naturschutzbund Oberösterreich warnt vor "gravierenden Folgen" für Umwelt und Tiere.
Klar: Schnee und Glatteis sind eine Rutschfalle. Wer stürzt, kann sich schnell verletzen. Viele greifen deshalb zum Streusalz, weil es Eis und Schnee rasch schmelzen lässt und nachher nicht extra weggeräumt werden muss. Nur: Unbedenklich ist das Ganze nicht. Der Naturschutzbund betont, dass der Gebrauch von Streusalz in vielen Gemeinden und Städten (etwa Linz und Wels) für Privatpersonen sogar verboten ist.
Was viele nämlich nicht sehen: Das Salzwasser verschwindet nicht einfach. Es sickert in den Boden und kann dort ordentlich Schaden anrichten. Laut Naturschutzbund trifft es vor allem Baumwurzeln. Und noch brisanter: Streusalz kann auch zur Versalzung des Grundwassers beitragen.
Für Haus- und Wildtiere ist das Salz ebenfalls ein Problem: Sie können dadurch entzündete Pfoten bekommen. Und wenn sie sich nach dem Spazierengehen sauber lecken, drohen Magenbeschwerden.
Neben dem Ärger für die Natur hat Streusalz auch eine handfeste Kostenseite: Es fördert Korrosion – etwa an Brücken und Kraftfahrzeugen. Heißt: Salz kann langfristig auch in Sachen Infrastruktur richtig ins Geld gehen.
Wer jetzt sagt: "Dann halt Sand oder Splitt!" – auch da bremsen die Experten. Splitt, Sand oder Kies haben ebenfalls Nachteile. Vor allem auf Straßen wird das Material durch den Verkehr zermahlen – die Folge: mehr Feinstaub. Außerdem ist das Streugut oft so stark verunreinigt, dass es nicht wiederverwendet werden kann und als Sondermüll entsorgt werden muss.
Die beste Lösung für den nächsten Schneefall ist laut Naturschutzbund eigentlich simpel: sofort räumen. Wer früh wegschaufelt, braucht deutlich weniger Streumittel. Nebenstraßen sollten laut den Experten erst gar nicht mit Salz bestreut, sondern nur geräumt werden. Am besten: eine Anwendung nur auf Gefahrenstellen und Kreuzungen.