Was als harmloser Winterspaziergang begann, endete in Pettenbach (Bez. Kirchdorf) tödlich: Ende Dezember wurde der Border Collie wie berichtet auf einem Forstweg von einem Jäger erschossen. Hundebesitzer Fabian P. (30) musste mitansehen, wie aus einem Hochstand ohne Vorwarnung der Schuss fiel – und Cooper plötzlich leblos am Boden lag.
"In dem Moment habe ich mir gedacht, ich werde gleich munter und es war ein böser Traum", erzählt Fabian gegenüber "Heute". Der betagte Jäger habe nicht einmal schockiert reagiert, sondern eher "gefasst und kalt". Zudem soll er laut dem 30-Jährigen mehrmals behauptet haben, er habe den Hund mit einem Fuchs verwechselt.
Für ihn ist seitdem nichts mehr, wie es vorher war. "Ein normaler Tag ist für mich aktuell nur im Bett liegen", sagt er offen. Denn Cooper war für den 30-Jährigen mehr als nur ein Haustier: "Das war mein Therapeut, mein Kind, mein bester Freund, alles auf einmal." Bald wollte er seinen Vierbeiner sogar zum Therapiehund ausbilden, "weil er so viel Gefühl für alle Menschen mitgebracht hat".
Mittlerweile wurde Cooper eingeäschert, am Dienstag holte Fabian die Urne ab. Trotz der schweren Zeit gibt ihm die große öffentliche Reaktion Halt. Besonders die enorme Unterstützung aus der Bevölkerung bedeute ihm viel: "Dass die breite Gesellschaft das so schlimm findet, fühlt sich sehr gut an", sagt er.
Genau das ist jetzt sein Ziel: eine Debatte über die Jägerschaft anstoßen. "Dass es in Zukunft strengere Kontrollen gibt, vor allem für ältere Jäger, das wäre ein Funken Hoffnung." Denn Cooper soll nicht umsonst gestorben sein.
Die Ermittlungen im Fall Cooper laufen jedenfalls schon – nach dem tödlichen Schuss wurden der Tatort vermessen und Fotos gemacht, um den Ablauf genau zu rekonstruieren. Zudem läuft eine Anzeige wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung.
Für den Schützen findet der 30-Jährige klare Worte: "Wenn er die Wahrheit gesagt hat, dass er ihn mit einem Fuchs verwechselt hat, sieht er anscheinend nicht mehr gut. Und wenn es nur eine Ausrede war, dann ist er bösartig, wenn er ihn einfach erschießt." Egal, aus welchem Grund die Tat passierte, "dem Mann muss die Waffe abgenommen werden".
Wenn Fabian dem Jäger noch eine einzige Frage stellen dürfte – und dieser müsste ehrlich antworten –, wäre es diese: "Was haben Sie jetzt eigentlich vor?" Ob er den Vorfall einfach ignorieren und weitermachen wolle wie bisher oder "ob er es nicht einfach einsehen will, dass man mit 84 Jahren die Waffe weglegen sollte".