"Ich kann es bis heute einfach nicht glauben, dass das passiert ist." So trauert ein 30-Jähriger um seinen "Cooper", der für ihn weit mehr war, als einfach nur ein Haustier. Der Border Collie wurde am 27. Dezember bei einem Winterspaziergang im Bezirk Kirchdorf ohne Vorwarnung von einem Jäger erschossen.
Der Besitzer schildert, dass Cooper in der Nähe eines Hochsitzes – wo der Schütze saß – auf einer Forststraße vorauslief. Sein Vierbeiner habe dann auf der Straße am Boden geschnüffelt. Dann habe Cooper noch einmal zum Jäger hinaufgeschaut – "und es hat dusch gemacht". Ohne Vorwarnung soll der den Border Collie einfach erschossen haben.
Für den 30-Jährigen ist das Unfassbare daran: Es habe beste Sichtverhältnisse gegeben. Cooper sei nur rund 35 Meter vom Hochstand entfernt gewesen, noch dazu mit auffälligem Hundepullover und neonfarbenem Geschirr. Der Besitzer ist sich sicher: "Man hätte ihn richtig gut sehen müssen."
Sofort kam es zur Konfrontation mit dem betagten Jäger – ein Video davon liegt "Heute" vor: Der Pensionist soll laut dem 30-Jährigen mehrmals behauptet haben, er habe den Hund mit einem Fuchs verwechselt. Zudem sei der Schütze "sehr unempathisch" gewesen und soll immer wieder gefragt haben, "wie er mir helfen kann, dass ich zu einem neuen Hund komme".
Der Verlust trifft den 30-Jährigen hart: "Cooper war für mich nicht nur ein Hund, ich habe jede Sekunde mit ihm verbracht. Das war mein Therapeut, mein Kind, mein bester Freund, alles auf einmal." Umso brutaler sei jetzt die Leere: "Es ist so krass, dass er jetzt einfach weg ist, weil ein Schießwütiger auf den Abzug drückt."
Bei der Polizei habe der Jäger seine Aussage später geändert, sagt der Hundebesitzer. Plötzlich sei es darum gegangen, Cooper sei "auf der Fährte eines Rehs" gewesen. "Was Blödsinn ist", stellt der 30-Jährige klar. "Als Border Collie ist er nie Fährten gegangen. Er hat einen starken Hütetrieb gehabt, aber nie einen Jagdtrieb." Zudem habe Cooper "aufs Wort gefolgt": "Hätte der Jäger gerufen, wäre er mit einem Pfiff bei mir gewesen."
Der Mann erstatte direkt Anzeige, der Fall soll schon bei der Staatsanwaltschaft liegen – wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung. Auch privat war er schon beim Anwalt, er will Schadensersatz: "Natürlich kann keine Summe der Welt meinen Hund ersetzen, aber es geht um eine symbolische Zahlung." Sein Ziel: "dass das Thema groß wird" – und "zumindest der Jäger keine Waffe mehr haben darf".