Winterdienst im Dauerstress

"Nicht geräumt" – Ärger über Schneechaos in der City

Schnee-Frust in Linz: Nach den starken Schneefällen der vergangenen Tage häufen sich die Beschwerden. Viele kritisieren die mangelnden Räumungen.
13.01.2026, 15:52
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Linz hat in den vergangenen Tagen ordentlich Nachschub von oben bekommen: Schnee ohne Ende. In der Stadt machte sich Frust breit. Denn: Viele hatten das Gefühl, dass kaum bzw. teilweise gar nicht geräumt worden ist.

Das erste Mal war das am Freitag der Fall: Obwohl starker Schneefall prognostiziert worden war, blieb der Schnee beispielsweise auf der Umfahrung Ebelsberg und vielen anderen Straßen im Süden der Stadt stundenlang einfach liegen. Die Folge: Viele Autos rutschten aus, Lkw konnten nicht weiter. Auch in der Innenstadt gab es viele Probleme – dort blieben einige Busse einfach hängen.

Rutschige Straßen sorgten bei der Umfahrung Ebelsberg zum Beispiel für diesen Unfall.
"Heute"

"An mich wurden auch schon einige Klagen herangetragen, dass es mit dem Schneeräumen nicht funktioniert", erzählt Michaela Sommer, Klubobfrau der Linzer ÖVP, im "Heute"-Gespräch. Vor allem im Stadtteil Pichling sei der Schnee bis Montagabend kaum oder gar nicht weg verfrachtet worden. "Mir ist auch aufgefallen, dass die Busspuren nicht geräumt waren."

Schnee einfach in Hauseinfahrt geräumt

Sie vermutet, dass wohl zu spät mit den Arbeiten gestartet wurde: "Mir ist schon klar, dass es eine Zeit lang dauert. Aber das Argument, man habe nicht gewusst, dass es so stark schneien wird, zieht nicht." Die Wetterverhältnisse der vergangenen Tage seien schon Wochen vorher bekannt gewesen. Als dann in der Nacht auf Dienstag endlich in Pichling geräumt wurde, folgte gleich der nächste Ärger: Der Schnee landete einfach in großen Haufen in den Hauseinfahrten der Bewohner.

Größtes Spital im Gips-Stress

Das allgegenwärtige Glatteis bescherte auch den Krankenhäusern ordentlich viel Arbeit: Im größten Krankenhaus des Landes, dem Linzer Kepler Klinikum, landeten seit der Nacht gut 100 gestürzte Patienten.

Arm- und Beinbrüche sowie Kopfverletzungen mussten versorgt werden. Die Situation entspannte sich erst am frühen Nachmittag wieder.

Fakt ist: Der Winterdienst der Stadt steht im Dauereinsatz. Dazu gab der Magistrat nun auch konkrete Zahlen bekannt: Seit Donnerstagabend bis Dienstagfrüh wurden rund 700 Tonnen Streusalz und 500 Tonnen Splitt ausgebracht, insgesamt in etwa 5.000 Einsatzstunden. Das sei bereits rund die Hälfte eines durchschnittlichen Jahresverbrauchs – Nachschub werde aber laufend geliefert, die Depots würden wieder aufgefüllt.

Vor allem das Blitzeis in der vergangenen Nacht forderte die Teams. Der Winterdienst sei mit 150 Mitarbeiter und 56 Fahrzeugen rund um die Uhr unterwegs, zusätzlich wurden fünf Fahrzeuge samt Personal angemietet. Trotzdem würden beim Bürger*innenservice weiter Beschwerden über vollgeschneite Wege landen. Geräumt werde nach Prioritäten – zuerst Hauptstraßen und Hauptrouten im Radnetz, danach Nebenfahrbahnen.

Hauptplatz kaum geräumt?

Vor allem der Hauptplatz stieß vielen Passanten ungut ins Auge: Viele hatten das Gefühl, das Herz der Stadt sei überhaupt nicht geräumt worden. Wie ein Foto zeigt, war beim Wochenmarkt am Freitag quasi nur eine Spur freigeschaufelt – vor allem für ältere Bürger sicher keine ideale Situation.

Beim Wochenmarkt war der Linzer Hauptplatz noch fast gänzlich mit Schnee bedeckt (li.). Montagabend (re.) war es weiterhin rutschig.
"Heute"

Dazu hieß es auf Anfrage gegenüber "Heute", dass der Platz in den vergangenen Tagen "im Regelintervall mehrmals geräumt und bestreut" geworden sei. Das Salz wirke bei anhaltendem Schneefall und niedrigen Temperaturen aber weniger, wodurch es subjektiv oft nach kaum erfolgter Räumung aussehe. Bei den jetzt milderen Bedingungen und ohne Neuschnee sei die Wirkung deutlich besser.

{title && {title} } Lstr,tob, {title && {title} } Akt. 13.01.2026, 17:05, 13.01.2026, 15:52
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