Der Winter in Finnland ist lang, dunkel und saukalt: Kein Wunder, dass sich die Leute dort einiges einfallen lassen, um es sich trotzdem gemütlich zu machen. Ein einfacher Trick, der sogar ein wenig beim Heizen hilft: Finnen setzen auf Kerzen, um das Eigenheim wärmer und angenehmer zu machen.
Eine einzige Kerze bringt, je nach Größe, zwischen 30 und 80 Watt Wärme in den Raum. Viel ist das nicht. Zum Vergleich: Ein Mensch gibt im Ruhezustand etwa 100 Watt ab, eine Wärmflasche bringt anfangs rund 150 Watt. Ein Backrohr auf 200 Grad schluckt gleich 2.000 bis 3.000 Watt, ein Heizkörper schafft zwischen 500 und 1.500 Watt.
Mit ein paar Kerzen kannst du also kein großes Wohnzimmer aufheizen: Wenn man aber zum Beispiel mit Freunden in einem kleinen Raum zusammensitzt und fünf, sechs Kerzen aufstellt, wird es rund um den Tisch tatsächlich ein gutes Stück wärmer. Die Wärme spürst du allerdings nur direkt im Umkreis von etwa 50 Zentimetern rund um die Flamme.
Was in Finnland fast noch wichtiger ist als die echte Wärme: Das Gefühl, welches Kerzen auslösen. Das sanfte Licht täuscht dem Hirn vor, es sei daheim wärmer, selbst wenn das Thermometer kaum steigt. Mehrere brennende Kerzen machen jedes Zimmer sofort viel gemütlicher als jede gewöhnliche Lampe.
Um einen Heizkörper halbwegs ersetzen zu können, bräuchte man 20 bis 40 Kerzen. Das ist weder billig noch schlau – und außerdem brandgefährlich: So viele Kerzen verbrauchen rasch den Sauerstoff, belasten die Luft mit Feinstaub und erhöhen das Risiko für einen gefährlichen Wachsbrand enorm.
Generell gilt bei Kerzen, sie nie unbeaufsichtigt brennen zu lassen. Kürze vor dem Anzünden immer den Docht, damit weniger Ruß entsteht. Stell Kerzen auf feuerfeste Unterlagen – Glas oder Metall sind ideal. Zwischen zwei Kerzen sollten mindestens zehn Zentimeter Abstand sein, damit das Wachs nicht plötzlich Feuer fängt: Von einem Wachsbrand spricht man, wenn sich das Wachs schlagartig so stark erhitzt, dass es zu brennen beginnt.
Und noch ein Tipp: Puste Kerzen lieber nicht aus. Dabei glimmt der Docht am längsten nach und es entsteht schädlicher Qualm. Besser: Mit einer alten Schere oder einem Dochtlöscher den Docht kurz ins Wachs tauchen und dann wieder aufrichten. So geht die Flamme aus, ohne dass Rauch entsteht.