Konfiszierte Geldscheine türmen sich am Präsentier-Tisch der stolzen nigerianischen Sicherheitskräfte; ein österreichischer Unternehmer (siehe Foto oben) schmort seit seiner Festnahme Anfang des Jahres in einem Gefängnis in Lagos – wir berichteten. Diesen Freitag hat er einen äußerst heiklen Termin vor dem Richter.
Nun kommen neue Details zur brisanten Geldschmuggel-Causa um 800.575 US-Dollar und zusätzlich 651.505 Euro ans Licht: Bei dem Kofferträger dürfte es sich nämlich um ein Mitglied eines im Vorarlberger Rheintal durchaus bekannten Familien-Clans handeln. Mehrere Zinshäuser und Firmen sollen im Besitz der Großfamilie sein, zum Textil- und Immobilien-Imperium der millionenschweren Unternehmer gehören sogar Produktionsstätten im Ausland.
Auch der Gefasste war – mehr oder weniger erfolgreich – als Geschäftsführer im Textil-Business aktiv. Traditionell sind Stoffe aus Vorarlberger Produktion in Nigeria Luxusware, viele Deals werden offenbar nach wie vor in bar und ganz ohne Rechnung abgewickelt. Das Geld soll aber nicht aus einem solchen Deal stammen, heißt es.
Woher es stammt, ist derzeit unklar. Fix ist: Mit dem Geld wollte der Verdächtige nach Dubai weiterreisen – möglicherweise um Abgaben zu umgehen. Brisant: Verwandte des Mannes sollen dem heimischen Fiskus bereits hohe Summen schuldig geblieben sein: 2010 wurde ein Unternehmen derselben Unternehmer-Familie wegen 1,1 Millionen Euro Schulden beim Finanzamt dichtgemacht.
Auch im aktuellen Verfahren sind österreichische Behörden involviert. Laut "Heute"-Infos wurde ein Akt bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch zur Causa angelegt. "Die zuständige österreichische Botschaft in Abuja steht mit dem Betroffenen in Kontakt und leistet konsularische Unterstützung", hieß es vom Außenministerium. Ein gestellter Rechtsbeistand vor Ort fordert die Freilassung auf Kaution. Die Gerichtsverhandlung wegen Geldwäsche findet diesen Freitag statt. Der Verdächtige bestreitet alle Vorwürfe. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.