Nach einem gefährlichen Brand und einem Angriff auf einen Feuerwehrmann ist ein 57-Jähriger am Donnerstag am Landesgericht Krems zu 16 Monaten teilbedingter Haft verurteilt worden. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.
Der Mann hatte Ende August des Vorjahres auf dem Balkon einer Wohnung in einem Mehrparteienhaus in Litschau mit einem Brandbeschleuniger Feuer gelegt. Dabei zündete er unter anderem Holz, Grillkohle, Papier, Schaumstoffmatten und Möbelteile an. Es kam zu starker Rauchentwicklung, der Brand konnte jedoch rasch gelöscht werden.
Für die Einsatzkräfte wurde die Situation dennoch gefährlich. Als Feuerwehrleute versuchten, den Mann unter Atemschutz aus der stark verrauchten Wohnung zu retten, wehrte sich der 57-Jährige heftig. Er schlug eine Tür zu und rief laut Gericht: "Jetzt kommt ihr nicht mehr hinaus!"
Nachdem die Feuerwehr die Tür aufgebrochen hatte, griff der Mann nach dem Atemluftschlauch eines Helfers und zog so stark daran, dass die Maske verrutschte und der Schlauch abriss. Der Feuerwehrmann konnte sich zwar retten, erlitt jedoch eine Rauchgasvergiftung.
Verurteilt wurde der 57-Jährige wegen schwerer Sachbeschädigung, versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung. Der Vorwurf des versuchten Mordes wurde von den Geschworenen hingegen verneint. Da der Mann bereits vier Monate in Untersuchungshaft verbracht hatte, gelten diese als verbüßt – er verließ das Gericht auf freiem Fuß.