Was passiert, wenn es zu einem großflächigen Stromausfall kommen sollte? Mit dieser Frage beschäftigten sich LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP), Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner und Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Martin Boyer in einem Mediengespräch am zurückliegenden Freitag.
Wie zuletzt die der Stromausfall im Süden Berlins und ein größerer Ausfall in der Slowakei 2014 gezeigt haben, könne Infrastruktur rasch an ihre Grenzen kommen, hieß es gegenüber Medienvertretern. "Wir wollen das Leben wieder leichter machen", sagte etwa Pernkopf und fügte an, dass hierzu auch das Gefühl gehöre "in einer sicheren Heimat zu leben."
Die Stromversorgung in Österreich sei prinzipiell und aus gutem Grund anders aufgestellt als etwa in Berlin, sagte der ÖVP-Politiker und hob "bessere Redundanzen" (Backup bei Problemen, Anm.) und die vergleichsweise geringere Zahl von Starkstrom-Verkabelungen hervor. Sowohl in der Energieversorgung als auch bei Einsatzkräften bis hin zu den Gemeinden sei man immer besser gerüstet: "Das kommt nicht von irgendwoher, sondern weil wir uns vorbereiten."
Trotzdem könne man Ausfälle und Katastrophen natürlich nie hundertprozentig ausschließen. Daher sei das zentrale Element der Blackout-Vorsorge eine stabile und krisensichere Kommunikation: "Wir machen gerade den Digitalfunk blackoutsicherer", erklärte Pernkopf. Derzeit würden rund 120 Notstromaggregate angeschafft und ausgerollt werden. "Zusätzlich wird gerade ein eigener Richtfunk an der Strecke Wien – Tulln – St. Pölten fertiggestellt sowie das Pager-Netz für die Alarmierung verbessert", so Pernkopf weiter. Etwa 150 Sender würden noch im ersten Halbjahr 2026 fertiggestellt werden.
Ein Schwerpunkt liege außerdem auf der Not- und Stromversorgung in Niederösterreich: "Insgesamt wurden mit Unterstützung des Landes und den Freiwilligen Feuerwehren rund 400 Notstromaggregate für die Feuerwehrhäuser angeschafft. Sämtliche Landeskliniken verfügen über eine zuverlässige Notstromversorgung", hieß es von Pernkopf. Auch die Straßenmeistereien seien mit Notstrom versorgt. Und für die Wasserversorgung habe man mittlerweile 260 Aggregate.
"Gleichzeitig haben wir Bürokratie abgebaut, die Genehmigungspflicht für private Notstromaggregate wurde abgeschafft. Damit können Betriebe und Haushalte rasch und unkompliziert vorsorgen", ist Pernkopf sicher.
In Niederösterreichs Gemeinden sorgen Katastrophenschutzpläne für mehr Sicherheit. Sie regeln bei außergewöhnlichen Ereignissen wie einem Blackout das Vorgehen – beginnend bei der Gefahrenanalyse, klaren Zuständigkeiten bis hin zur Sicherstellung von Trinkwasser, Pflege und medizinischer Betreuung. Die besagten Pläne werden regelmäßig aktualisiert und in Übungen erprobt.
Dazu Pernkopf: "Katastrophenschutzpläne gibt es bereits in allen 573 Gemeinden, rund 300 davon haben sich auch speziell auf ein Blackout- und Infrastrukturausfall-Szenario vorbereitet. Bis Ende des Jahres werden dies alle Gemeinden gemacht haben."
"Ein Blackout bedeutet für die Feuerwehr nicht Stillstand, sondern Herausforderung", sagte Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner: "Wenn Strom, Licht und digitale Systeme ausfallen, steigt der Hilfebedarf der Bevölkerung massiv. Umso wichtiger ist es, dass wir technisch autark arbeiten können und unsere Strukturen auch unter schwierigsten Bedingungen funktionieren."
Fahrafellner weiter: "Aus realen Einsätzen – etwa bei der Eiskatastrophe in Slowenien oder bei regionalen Stromausfällen im Waldviertel – wissen wir: Vorbereitung entscheidet über Einsatzfähigkeit. Wir haben gezielt investiert und über ganz Niederösterreich hinweg 50 Großstromaggregatoren zu 150kVA, 400 kVA oder 500 kVA stationiert. Dadurch können wir rasch die Bevölkerung vor Ort rasch unterstützen, die kritische Infrastruktur und Kommunikation aufrechterhalten."
Ferner habe man für alle Bezirke Tankstellen angekauft, um in Notfall gerüstet zu sein, sagt der Landesfeuerwehrkommandant. Um bei der Treibstoffversorgung unabhängig zu sein, wurden zudem Tanklastzüge beschafft, um Treibstoff gegebenenfalls schnell in andere Landesteile transportieren zu können.
Gemeinsam appelliere man auch an die Bevölkerung, selbst Vorsorge zu treffen: "Eigenvorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung", sagte Pernkopf. Und Fahrafellner fügte abschließend an: "Gut vorbereitete Haushalte entlasten Einsatzkräfte und Gemeinden. So stärken wir gemeinsam Sicherheit und Zusammenhalt."