Xiaomi zeigt einmal mehr, dass Mittelklasse bei einem vergleichsweise niedrigen Preis beginnen kann. Die neue Redmi Note 15 Serie umfasst insgesamt fünf Modelle, wobei das günstigste namens Redmi Note 15 bei aktuell 179,90 Euro startet. Verwirrend: Es gibt gleich zwei Modelle, die fast gleich heißen, auf den ersten Blick ähnlich wirken, im Detail aber deutlich unterschiedliche Zielgruppen bedienen. Das Redmi Note 15 ab 179,90 Euro bietet solide Technik für preisbewusste Nutzer, während das Redmi Note 15 5G ab 249,90 Euro mehr Performance, Kameras, 5G-Konnektivität und schnellere Ladezeiten auf höherem Niveau bringt. Wir haben beide Geräte getestet und sagen dir, welches davon der wirkliche Preistipp ist.
Beim Design wagt Xiaomi im Vergleich zum Vorgänger wenig bis keine Experimente, setzt bei beiden Modellen wieder auf eine Kombination aus Leichtigkeit, Stabilität und zeitloser Eleganz. Das Redmi Note 15 misst 164,3 x 76,1 x 8,1 Millimeter bei 193 Gramm, während die 5G-Version 164 x 75,42 x 7,4 Millimeter groß ist und 178 Gramm wiegt. Die 5G-Version ist damit etwas schlanker, dennoch fallen die Unterschiede nur beim ganz genauen Hinschauen oder beim in die Hand nehmen auf. Beide Smartphones verfügen über eine matte Rückseite, die Glas optisch nachempfunden ist und Fingerabdrücke kaum annimmt. Die Tasten sind ergonomisch platziert, wobei der Fingerabdrucksensor bei beiden Modellen in das Display integriert ist.
Beide Modelle gibt es in den Farben Schwarz und Gletscherblau, das Note 15 zusätzlich in "Waldgrün", das Note 15 5G in "Nebellila". Außerdem sind beide Geräte IP-zertifiziert – das Note 15 ist mit IP64 gegen Staub und Spritzwasser geschützt, das Note 15 5G nach IP65 gegen Staub und Strahlwasser – ein Schutz, der in dieser Preisklasse noch immer nicht wirklich selbstverständlich ist. Einen Ausflug im Regen halten damit beide Kandidaten locker stand. Die matte Rückseite, abgerundete Displayränder und die klaren Linien sorgen für einen modernen, hochwertigen Gesamteindruck. In der Praxis fühlt sich das 5G-Modell leichter und kompakter an, aber in Sachen Verarbeitung, Optik und Schutz gleichen sich die Modelle fast bis aufs Haar.
Das Highlight beider Geräte ist zweifellos das große AMOLED-Display, das sich bei den zwei Varianten gleicht. Es misst 6,67 Zoll mit 2.392 x 1.080 Pixeln, unterstützt eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz und eine Touch-Abtastrate von 240 Hertz. Beide Panels zeigen deutliche Display-Ränder, aber überzeugen durch satte Farben, tiefes Schwarz und hohe Helligkeit. Der DCI-P3-Farbraum sorgt für lebendige, realistische Farben, während die TÜV-Rheinland-Zertifizierung den Blickschutz bei längerer Nutzung optimiert. Im Praxisbetrieb wirkt das Scrollen butterweich, Streaming von Serien und YouTube ist ein echter Genuss. Unterschiede zwischen beiden Modellen sind minimal, lediglich das 5G-Modell wirkt minimal handlicher und kompakter. Besonders bei heller Umgebung liefert das Display exzellente Lesbarkeit.
Überraschend ist nach dem identen Display, dass es nicht nur zwei verschiedene Chips in den Modellen gibt, sondern diese auch von jeweils anderen Herstellern kommen. Das Redmi Note 15 ist mit dem MediaTek Helio G88 ausgestattet, während das 5G-Modell auf den Snapdragon 6 Gen 3 setzt. Beide Octa-Core-Chips sind Alltagsprofis: Messaging, Social Media, E-Mail und Streaming laufen flüssig. Der Unterschied wird bei grafikintensiven Spielen sichtbar. Während "Genshin Impact" oder "PUBG Mobile" auf dem Standardmodell gerade noch nur bei niedrigen Einstellungen ruckelfrei laufen, ermöglicht der Snapdragon etwas höhere Einstellungen ohne Einbrüche. Die Arbeitsspeicher-Ausstattung unterstützt die Unterschiede noch weiter.
6 und 8 Gigabyte (GB) gibt es je nach Speicher-Version beim Standardmodell, 8 und 12 GB beim 5G-Modell. Mehr Arbeitsspeicher bedeutet stabileres Multitasking, schnelle App-Wechsel und mehr Reserven für anspruchsvolle Anwendungen. Der Speicher reicht beim Standardmodell von 128 bis 256 GB, beim 5G-Modell von 128 über 256 bis 512 GB. Schöner Bonus: In allen Fällen ist der interne Speicher per Kartenslot im SIM-Schacht erweiterbar. Benchmarks verdeutlichen letztlich den Leistungs-Unterschied: Der Helio G88 erreicht in Geekbench 6 etwa 726 Punkte im Single-Core, 1.944 im Multi-Core und 1.297 bei der GPU, während der Snapdragon 6 Gen 3 bei 1.016 im Single-Core und 2.964 im Multi-Core sowie 1.297 bei der GPU liegt.
Praxisnah bedeutet das: Surfen, Videos schauen, Apps wechseln – beides funktioniert bei beiden Modellen flüssig, aber nicht blitzschnell. Wer jedoch viel spielt oder etwas mehr als die Alltags-Aufgaben erledigen will, sollte zum doch deutlich leistungsfähigeren 5G-Modell greifen. Der Aufpreis dafür ist zum Glück überschaubar. Die nächste Vergleichsüberraschung wartet dann gleich bei der Kamera-Ausstattung. Beide Note-15-Smartphones verfügen über einen 108-Megapixel(MP)-Hauptsensor. Beim Redmi Note 15 springt daneben nur ein 2-MP-Tiefensensor ein, beim Redmi Note 15 5G gibt es dagegen eine 8-MP-Ultraweitwinkel-Kamera. Mehr als eine zusätzliche Spielerei ist dieser aber ohnehin nicht, die Hauptkamera ist dafür deutlich besser.
Bei optimalen Lichtverhältnissen liefert die Hauptkamera hervorragende Ergebnisse. Der Sensor erfasst Details klar, Farben wirken lebendig und natürlich, und selbst feinste Texturen in Architektur- oder Landschaftsaufnahmen bleiben erkennbar. Das 5G-Modell bietet dank Snapdragon 6 Gen 3 eine noch präzisere Bildverarbeitung: Schattenbereiche werden differenzierter dargestellt, Übergänge in hellen Bereichen wirken natürlicher und die Dynamik ist leicht höher. Porträts gelingen beiden Geräten gut, Hauttöne werden realistisch wiedergegeben und der Hintergrund wird sauber weichgezeichnet. Und was, wenn es kein ideales Licht oder gar fast komplette Dunkelheit gibt? Im Dunkeln trennt sich die Spreu vom Weizen!
Beleuchtung, Kerzenlicht oder Innenaufnahmen sind gut erkennbar, Details werden jedoch leicht verschmiert und Rauschen tritt auf. Das Redmi Note 15 5G kann hier dank schnellerer Verarbeitung und besserer Algorithmen bei vergleichbaren Szenen mehr Details herausarbeiten, und die Rauschunterdrückung funktioniert effektiver, die Unterschiede sind aber nur bei sehr genauer Analyse wirklich erkennbar. Die Ultraweitwinkelkamera bietet im 5G-Modell solide Ergebnisse bei Tag, jedoch mit Verzerrungen an den Rändern. Nachts sollte man von ihr dann generell die Finger lassen. Gleiches gilt für den Zoom, der digital auf 20-fach begrenzt ist. Makroaufnahmen sind ebenso eher als nette Ergänzung denn als Highlight zu betrachten.
Die Redmi Note 15 Serie liefert erwartbare, aber gute Kameraausstattung für die Mittelklasse, wenn man nur die Leistung bei Tageslicht betrachtet. Das Standardmodell überzeugt bei Tageslicht und als Alltagskamera, das 5G-Modell bietet minimale Vorteile, je schlechter das Licht wird. In der Nacht sind dann Qualitätseinbußen deutlich sichtbar, aber die Bilder bleiben brauchbar und die Ergebnisse sind für die Preisklasse akzeptabel. Anders als beim Chip gibt es bei der Kamera kaum Gründe, unbedingt zum 5G-Modell zu greifen, denn die zusätzliche Kamera ist kein Pflichtprogramm. Die Frontkamera knipst in beiden Modellen mit 20 MP: Selfies wirken natürlich-scharf, in der Nacht nimmt die Qualität ähnlich der Hauptkamera ab.
Der Akku des Redmi Note 15 fasst 6.000 Milliamperestunden (mAh), die 5G-Version 5.520 mAh. Beide Geräte erreichen im Alltag eine Laufzeit von locker anderthalb bis zwei Tagen. Besonders das 5G-Modell punktet überraschend durch Effizienz: Selbst bei intensiver Nutzung wie Streaming, Gaming und Social Media reicht der Akku problemlos für einen kompletten Tag. Das Aufladen erfolgt beim Standardmodell mit 33 Watt, beim 5G-Modell mit 45 Watt. In der Praxis bedeutet dies: 50 Prozent Akku in etwa 25 Minuten, 100 Prozent in rund einer Stunde beim 5G-Modell, während das Standardmodell für eine volle Ladung etwa 80 Minuten benötigt. Kabelloses Laden fehlt in beiden Fällen, ist jedoch in dieser Preisklasse auch so hinnehmbar.
Beide Modelle laufen auf HyperOS 2, basierend auf Android 15. Die Oberfläche wirkt aufgeräumt, Animationen laufen flüssig, die Bedienung ist intuitiv. Zahlreiche Zusatzfunktionen wie Game Turbo, Dark Mode, KI-gestützte Fotobearbeitung und Datenschutzoptionen sind integriert. Regelmäßige Updates und Sicherheits-Patches sorgen für langfristige Performance und Sicherheit. In der Praxis fühlt sich die Nutzung flüssig an, beim 5G-Modell zeigt sich dank Snapdragon ein leicht spürbar schnelleres App-Wechsel-Verhalten. Lästig: Beim Einrichten und dem Erststart des App-Mail-Stores will Xiaomi jeweils zahlreiche (vor allem Gaming-)Apps installieren. Auch Bloatware gibt es vorinstalliert, sie lässt sich aber problemlos entfernen.
Im Alltag überzeugen beide Geräte durch flüssiges Scrollen, schnelle App-Starts und ein rundum stabiles Multimedia-Erlebnis. Video-Streaming ist flüssig, Farben lebendig, der Sound durch die Stereo-Lautsprecher satt und klar. NFC und IR-Blaster bieten zusätzliche Komfort-Funktionen. Gaming profitiert deutlich vom 5G-Modell, sowohl bei Grafikqualität als auch bei Ladezeiten der Apps. Highend-Leistung sollte man aber auch vom teureren Modell keinesfalls erwarten. Preislich ist das Redmi Note 15 ein rundum solides Gerät und für unter 180 Euro ein klarer Gewinner unter den Einsteiger-Handys. Das 5G-Modell liefert für knapp 250 Euro etwas mehr Leistung auf Augenhöhe mit der höherpreisigen Mittelklasse-Konkurrenz am Markt.
Die Redmi Note 15 Serie beweist, dass Mittelklasse bereits zum vergleichsweise niedrigen Preis zu haben ist. Das Standardmodell an der Grenze von Einsteiger- zu Mittelklasse bietet ein hervorragendes Display, eine solide Kamera und einen guten Akku für unter rund 180 Euro. Das 5G-Modell ist dagegen eine eindeutigere Mittelklasse-Option mit deutlich schnellerem Prozessor, je nach Variante größerem Arbeitsspeicher, minimal verbesserter Kamera und etwas schnellerer Ladung. Beide Smartphones erfüllen die Anforderungen der Nutzer, die ein solides Gerät für den Alltag benötigen, egal ob Streaming, Mail, Apps oder Social Media. Vor allem, wenn Gaming eine Rolle spielt, sollte man aber den Aufpreis für das 5G-Modell zahlen.