Tränengas und Wasserwerfer

Hilfe für Kurden: Hunderte überrennen türkische Grenze

In Syrien versucht die nationale arabische Armee (SAA) die kurdische Selbstverwaltung zu brechen – an der türkischen Grenze kam es zu Zusammenstößen.
Nick Wolfinger
21.01.2026, 10:30
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Im Südosten der Türkei ist es bei Protesten gegen das Vorgehen syrischer Regierungskräfte gegen kurdische Kämpfer zu Ausschreitungen gekommen. Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag berichteten, ging die türkische Polizei an einem Grenzposten in der Stadt Nusaybin mit Tränengas und Wasserwerfern gegen pro-kurdische Demonstranten vor, die versuchten nach Syrien zu gelangen. Einige Demonstranten warfen Steine.

Grenzzaun durchbrochen

Hunderte Protestierende waren angesichts der Kämpfe im Nachbarland einem Aufruf der pro-kurdischen türkischen Partei DEM gefolgt. Auch auf syrischer Seite gab es Proteste. Videos zeigen wie Dutzende, darunter auch Alte und Kinder, daraufhin über einen durchbrochenen Grenzzaun in Richtung syrisches Kurdengebiet laufen.

"Bedingungslose Kapitulation" der Kurden

Zuvor hatte ein Kurdenvertreter in Syrien die Verhandlungen zwischen kurdischen Kämpfern und der syrischen Zentralregierung für gescheitert erklärt. Er warf der Regierung vor, die "bedingungslose Kapitulation" der Kurden zu fordern. Die Türkei ist mit der islamistischen Übergangsregierung in Damaskus verbündet.

Syrische Armee auf dem Vormarsch

In den vergangenen Tagen hatten syrische Regierungstruppen bei einer Offensive im Norden und Osten des Landes kurdische Kämpfer aus mehreren bisher von den Kurden kontrollierten Gebieten vertrieben, darunter zwei Stadtviertel der nordsyrischen Großstadt Aleppo. Am Sonntag stellte Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa ein Abkommen zwischen dem syrischen Zentralstaat und der SDF vor.

Die Vereinbarung sah die Übergabe der bislang kurdisch kontrollierten Provinzen Deir Essor und Rakka an die Zentralregierung vor, in denen die Bevölkerungsmehrheit aus Arabern besteht. Am Montag rückte die syrische Armee in Teile von Deir Essor vor.

IS-Terroristen aus Gefängnis befreit

Beide Seiten meldeten danach erneute Kämpfe. Vor allem um mehrere Gefängnisse und Gefangenenlager voller IS-Mitglieder und ihrer Familien entzündeten sich heftige Gefechte, wobei beide Seiten einander vorwerfen, IS-Kämpfer freigelassen zu haben.

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