Nach der brutalen Niederschlagung der Proteste gegen die Führung Irans bestätigt das Menschenrechtsnetzwerk HRANA 4.519 Todesfälle. Ihre Aufzeichnungen verweisen neben 4.251 getöteten Demonstranten auch auf 197 Sicherheitskräfte, die ums Leben kamen. Weitere knapp 9.000 mutmaßliche Opfer würden noch untersucht.
Die Dunkelziffer ist laut Informationen der britischen Zeitung "The Sunday Times" deutlich höher. Geschätzt sollen zwischen 16.500 und 18.000 Menschen getötet worden sein. Die Zahlen wurden von Mitarbeitern aus acht großen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Land zusammengestellt.
In ihrem Bericht verweisen die Aktivisten auf erschütternde Aufnahmen, die Mediziner analysiert haben: Einige der getöteten Demonstrierenden befanden sich zuvor in Behandlung. Der Verdacht, dass Verletzte nach Beginn einer Behandlung ums Leben kamen und ohne Todesfeststellung weggebracht wurden, wird genährt, da sich noch medizinische Geräte wie Katheter oder Beatmungsschläuche an den Leichen befanden.
Nach der gewaltsamen Niederschlagung hat der Polizeichef des Landes Demonstranten aufgerufen, sich binnen drei Tagen den Behörden zu stellen, das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian, sein Justizchef und der Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf kündigten in einer gemeinsamen Erklärung an, dass die "Anstifter terroristischer Vorfälle entschlossen bestraft" werden müssten.
Irans Staatsführung stellt die Ende Dezember begonnenen Proteste als Komplott ihrer Erzfeinde USA und Israel dar. Das geistliche Oberhaupt der islamischen Republik, Ajatollah Ali Khamenei, hatte am Samstag von einer "amerikanischen Verschwörung" gesprochen und gefordert, die iranische Nation müsse den Aufrührern das Rückgrat brechen.