In der Silvesternacht kam es in Crans-Montana zu einem schweren Brand mit 40 Toten und vielen Schwerverletzten. Die Auswirkungen spürt man jetzt auch in Italien. Die Behörden nehmen dort zahlreiche Diskotheken besonders genau unter die Lupe.
Laut der italienischen Tageszeitung "Il Gazzettino" betonen die Behörden aber, dass die Schwerpunktkontrollen nicht direkt mit der Tragödie in der Schweiz zu tun haben.
Politisch sorgt derzeit eine verpflichtende Sicherheitsplakette, die beim Eingang angebracht werden muss, für hitzige Diskussionen. Einige Diskothekenbesitzer haben schon reagiert: In Bars im Veneto und in Friaul-Julisch Venetien werden zu den Getränken keine Sprühkerzen mehr serviert. In Cortina hat die Gemeinde das Ganze gleich mit einem Verbot geregelt.
Für großes Aufsehen sorgt ein Fall aus Rom: Dort wurde am Wochenende die älteste Disco des Landes, das "Piper", zugesperrt. Der Grund für das harte Durchgreifen sind massive Sicherheitsmängel.
Die von der Behörde geforderten Auflagen seien laut Medien nicht erfüllt worden. Der Eigentümer des Clubs spricht hingegen von einem Missverständnis. "Die Sicherheit der Gäste und der Mitarbeiter steht im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit."
Das "Piper" gibt es seit Mitte der 1960er-Jahre. Die Beatles sollen dort angeblich auch schon getanzt haben. Viele italienische Stars hatten auf der Bühne ihren ersten Auftritt, darunter Patty Pravo, die sogar Jimi Hendrix auf einen Drink ins Lokal brachte. Auch der bekannte Regisseur Luchino Visconti war dort Stammgast. Auf der Bühne standen unter anderem Pink Floyd, Sly & The Family Stone und Genesis.