Instagram, TikTok & Co. sind für viele tägliche Begleiter – und sie prägen oft unbemerkt, wie wir unseren eigenen Körper sehen. Zwischen perfekt inszenierten Fotos, Filtern und Fitness-Idealen verschwimmen Realität und Inszenierung. Der ständige Vergleich mit scheinbar makellosen Körpern kann das Selbstbild verzerren, Selbstzweifel verstärken und den Druck erhöhen, einem unerreichbaren Ideal zu entsprechen. So sehr, dass manche Menschen denken, sie seien tatsächlich "zu dick" für Sex.
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass 60 Prozent der Briten glauben, sie seien "zu übergewichtig für Sex", weil sie sich aufgrund von Unsicherheiten mit Menschen vergleichen, die sie online gesehen haben. Ein Drittel der 2.000 Personen, die von der britischen digitalen Gesundheitsplattform Numan zu ihren Gefühlen beim Betrachten von Bildern in sozialen Medien befragt wurden, gab an, dass ihr Gewicht aktiv ihr Sexualleben beeinträchtige und ihre aktuelle Körperform ihr Selbstvertrauen und ihre Zufriedenheit beim Geschlechtsverkehr mindere. Fast ein Viertel (24 Prozent) gab zu, wenig oder gar kein sexuelles Körpergefühl zu haben, wobei Frauen mehr als doppelt so häufig dieses Gefühl empfanden wie Männer. Frauen fühlen sich beim Sex auch häufiger unsicher als Männer (62 Prozent der Frauen gegenüber 58 Prozent der Männer).
Eine der schockierendsten Erkenntnisse war, dass 80 Prozent der 18- bis 34-Jährigen angaben, dass soziale Medien einen direkten Einfluss darauf haben, wie sie ihren Körper beim Sex empfinden. Diese Unsicherheiten betrafen sowohl Männer als auch Frauen. Die Daten zeigten, dass 62 Prozent der Frauen so empfanden, verglichen mit 57 Prozent der Männer – was die Annahme infrage stellt, dass Männer von Natur aus selbstbewusster mit ihrem Körper umgehen, insbesondere beim Sex.
Allerdings sind auch ältere Menschen nicht davor gefeit, sich beim Durchscrollen von Bildern vermeintlich perfekter Körper beschämt zu fühlen: 38 Prozent der Befragten über 55 Jahre gaben zu, sich unsicher zu fühlen. Die Umfrage bestätigt einige Ergebnisse des Numan-Berichts "State of Obesity Report 2025", der ergab, dass mehr als die Hälfte der Menschen mit krankhaftem Übergewicht (Adipositas) den Wunsch äußert, ihren Körper "drastisch verändern" zu können. Der Bericht stellte außerdem fest, dass viele Menschen sich aufgrund ihrer Körpergröße "ängstlich, selbstkritisch oder eines erfüllten Soziallebens unwürdig" fühlen – und dies spiegelt sich offenbar auch im Schlafzimmer wider.
"Soziale Medien setzen unerreichbare Standards und zeigen stark inszenierte, oft unrealistische Bilder von Körpern, denen nur wenige realistisch entsprechen können", so Zoe Griffiths, Vizepräsidentin und Expertin für Verhaltensmedizin bei Numan, zu den Studienergebnissen. "Dies ist keineswegs eine Frage der Eitelkeit, sondern ein wachsendes Problem der öffentlichen Gesundheit, das die dringende Notwendigkeit unterstreicht, die Auswirkungen der digitalen Kultur auf das sexuelle Wohlbefinden anzugehen."
Wichtige wissenschaftliche Studien haben einen Zusammenhang zwischen starker Nutzung sozialer Medien und emotionalen Problemen. Im Jahr 2023 zeigten Forscher der Iowa State University, dass junge Erwachsene, die ihre Nutzung sozialer Medien auf nur 30 Minuten pro Tag beschränken, seltener psychische Probleme haben. Diejenigen, die ihren Konsum einschränkten, wiesen deutliche Verbesserungen hinsichtlich Depression, Angstzuständen und Einsamkeit auf. Sie berichteten auch häufiger von positiven Gefühlen wie Begeisterung und Stolz.