5 Millionen Euro Schulden

Luxus-Chalets droht Aus! Millionenpleite in den Bergen

Erst Ruhe, Luxus und Infinity-Pool. Jetzt der harte Aufprall. Auf Kärntens Hochrindl ist ein Urlaubstraum geplatzt – mit Millionenloch.
Christoph Weichsler
27.01.2026, 11:59
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"Hier will ich sein." So wirbt das Chaletdorf Tomtegl auf 1.500 Metern Seehöhe um Gäste, die Ungestörtheit und Luxus suchen. Doch hinter Kaminromantik und Sauna-Dampf steht jetzt die Insolvenz. Die Betreiber-GmbH der exklusiven Bergchalets ist zahlungsunfähig. Aus dem Sehnsuchtsort wird ein Mahnmal für eine Branche, die zu hoch gepokert hat.

Elf Chalets, jedes auf eigenem Grundstück, ausgestattet mit Designer-Küche, offenem Kamin, Infinity-Pool und privater Sauna. Genau dieses Versprechen lockte Investoren, Käufer und Urlauber auf die Hochrindl in Kärnten. Jetzt zeigt sich: Der Markt dreht sich schneller, als manche Projekte ertragen können.

Fünf Millionen Euro Schulden

Am 26. Jänner wurde am Landesgericht Klagenfurt ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Die Verbindlichkeiten betragen mehr als fünf Millionen Euro, wie KSV1870 und AKV berichten. Einzige Gläubigerin ist offenbar eine Bank. Dem stehen Aktiva von rund 3,5 Millionen Euro gegenüber, hauptsächlich Liegenschaftsvermögen.

Geplant ist die Fortführung des Betriebs sowie ein Sanierungsplan mit einer Quote von 70 Prozent. Dieser soll einerseits durch Einzelverkäufe der Chalets, andererseits durch laufende Einnahmen erreicht werden. Geschäftsführer der GmbH sind Karl Martin Kraus und Monica Elisabeth Kraus, die auch zu je 50 Prozent Gesellschafter sind. Dienstnehmer sind laut Angaben keine betroffen. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Gernot Murko bestellt.

Hochglanz nach außen, Druck dahinter

Nach außen wirkt noch alles intakt. Auf Buchungsplattformen werden die Chalets weiterhin angeboten, zwei Bewertungen vergeben sogar die Höchstpunktezahl. Zwei Nächte kosten ab 1.250 Euro, ein Chalet bietet Platz für vier Personen. Versprochen wird ein Luxusurlaub ohne Gedränge, mit Blick auf die Kärntner Nockberge, nur 40 Minuten vom Wörthersee entfernt. Wandern, Skifahren, Wellness – alles inklusive.

Doch hinter der Hochglanz-Fassade ist das Projekt ins Wanken geraten. Steigende Baukosten, hohe Zinsen und fehlende Investoren haben das Chaletdorf offenbar in die Knie gezwungen. Ein Szenario, das sich derzeit quer durch Österreichs Tourismusregionen wiederholt. Was jahrelang als sichere Wertanlage galt, wird plötzlich zum Risiko.

Symbol für ein größeres Problem

Der Fall Tomtegl ist mehr als eine einzelne Pleite. In vielen Alpenregionen sind Chaletdörfer und Apartmentresorts entstanden, oft gegen den Widerstand der lokalen Bevölkerung. Zweitwohnsitze nahmen überhand, Grundstücke wurden verbaut, die versprochene Wertschöpfung blieb vielerorts aus.

Jetzt, da der Boom abflaut, bleiben unfertige Projekte, gestoppte Baustellen und die Angst vor Bauruinen zurück. Anrainer fürchten, dass aus exklusiven Urlaubsdomizilen Geistersiedlungen werden.

Wenn der Traum stehen bleibt

Auf der Hochrindl ist der Luxus noch da – zumindest äußerlich. Doch die Insolvenz zeigt, wie brüchig das Modell geworden ist. Wo einst Entspannung verkauft wurde, herrscht nun Unsicherheit. Die Sauna läuft noch, die Schulden auch.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 27.01.2026, 11:59
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