Die Situation um Grönland spitzt sich weiter zu. US-Präsident Donald Trump will, dass die Arktis-Insel aus Sicherheitsgründen Teil der USA wird. Jene NATO-Staaten, die sich dieser Forderung widersetzen, müssten laut Trump mit Strafzöllen rechnen. Der Konflikt legt einen tiefen Riss im transatlantischen Verteidigungsbündnis offen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der einen guten Draht zum US-Präsidenten hat, versuchte, im Streit zu schlichten. Er schrieb dem US-Präsidenten eine SMS und schlug ein informelles G7-Abendessen in Paris vor. Trump veröffentlichte die Nachricht demonstrativ auf seiner Plattform Truth Social. Dazu schrieb er: "Eine Nachricht des französischen Präsidenten, Emmanuel Macron."
"Mein Freund. Ich kann ein G7-Treffen nach Davos in Paris am Donnerstag aufsetzen. Ich kann die Ukrainer, die Dänen, die Syrer und die Russen am Rande dazu einladen. Lass uns ein Abendessen haben, bevor du zurückfliegst", heißt es in der Nachricht. Der Élysée-Palast bestätigte gegenüber der dpa deren Echtheit.
Zuvor hatte Macron betont, wie einig man sich in den Fragen zu Syrien und dem Iran sei. Beim Thema Grönland allerdings zieht der französische Präsident eine klare Grenze: "Ich verstehe nicht, was du bei Grönland machst", schrieb Macron.
Deutlich unterwürfiger fiel hingegen die Wortmeldung von Mark Rutte aus. Auch der NATO-Generalsekretär musste mit ansehen, wie Trump seine private Nachricht öffentlich machte. "Lieber Donald, was du in Syrien geschafft hast, ist unglaublich. Ich werde meine Medienpräsenz in Davos nutzen, um deine Arbeit dort, in Gaza und in der Ukraine hervorzuheben. Ich bin entschlossen, einen Weg nach vorn bei Grönland zu finden. Ich kann es kaum erwarten, dich zu treffen", schrieb Rutte.
Gerade beim NATO-Chef ist diese Form der demonstrativen Anbiederung kein Einzelfall. Bereits im Juni erklärte Rutte die Einigung der Allianz auf das Fünf-Prozent-Ziel zu Trumps persönlichem "Sieg" – etwas, "was kein Präsident in den Jahrzehnten zuvor geschafft hat". Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz ging er noch weiter und verglich Trump mit einem "Daddy", der manchmal ein Machtwort sprechen müsse. Ein Vergleich, der weniger nach diplomatischem Fingerspitzengefühl als nach peinlicher Loyalitätsbekundung klang.