Donald Trump befeuert mit neuen Aussagen die mögliche Übernahme von Grönland. Wir werden uns in rund zwei Monaten um Grönland kümmern", sagte Trump am vergangenen Sonntag an Bord seiner Air Force One. Er wolle sich in Ende Jänner wieder dazu äußern.
Zuletzt hatte der MAGA-Anführer laut Insidern über Geldzahlungen von bis zu 100.000 Dollar pro Kopf an die Bewohner der eisigen Insel nachgedacht. Damit solle die Bevölkerung zugunsten der USA umgestimmt werden. "Notfalls" wolle er sich das dänische Überseegebiet "auf die harte Tour" einverleiben.
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen reagierte am Wochenende scharf. Washington solle seine "Drohungen gegen einen historischen Verbündeten" einstellen. Dänemark "und damit auch Grönland" sei NATO-Mitglied und stehe damit unter den Sicherheitsgarantien des Bündnisses.
Die Eroberungsfantasien im Weißen Haus sorgen für Verunsicherung. Für den ORF berichtete die frühere Moskau-Korrespondentin Miriam Beller deshalb am Samstag live aus der von Wien 4.300 Kilometer entfernten Hauptstadt Nuuk: "Hier ist nicht nur das Wetter stürmisch, sondern auch die Stimmung." Sowohl die Menschen hier seien entschieden gegen eine US-Herrschaft.
"Wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein", hielten die Parteichefs der fünf Parteien des Regionalparlaments Freitagabend in einer seltenen gemeinsamen Erklärung fest.
Auch die Botschaft der befragten Passanten auf der Straße ist eindeutig: "Grönland steht nicht zum Verkauf", so Beller. Die Wienerin führt weiter aus: "Die Menschen hier wollen nicht zu den USA gehören – und sie wollen übrigens auch nicht zu Dänemark gehören. Die Grönländerinnen und Grönländer möchten selbst über die Zukunft ihrer Heimat bestimmen und ein eigenständiger Staat sein. Da kann Trump noch so viel Geld bieten, er wird die Grönländerinnen und Grönländer nicht überzeugen können."
Die ORF-Korrespondentin war aber nicht der einzige Besucher aus Europa. Auch das deutsche ZDF oder der irische öffentlich-rechtliche Rundfunk RTÉ schickten dieser Tage Reporter über den Atlantik, um von vor Ort zu berichten.