Die Pläne sorgen international für Aufsehen: Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump soll laut Insiderberichten darüber nachdenken, den Einwohnern Grönlands hohe Geldsummen anzubieten – um die Insel langfristig an die USA zu binden. Im Gespräch sind Einmalzahlungen von bis zu 100.000 Dollar pro Person.
Wie mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters berichten, diskutieren Trumps Berater seit Tagen intensiv über finanzielle Anreize für die rund 57.000 Einwohner des dänischen Überseegebiets.
Ziel sei es, die Bevölkerung von einer Abspaltung von Dänemark und einem möglichen Anschluss an die USA zu überzeugen. Insgesamt würde das Vorhaben knapp sechs Milliarden Dollar kosten.
Das Weiße Haus bestätigte die Überlegungen indirekt. Präsident Trump und seine Sicherheitsberater prüften, "wie ein potenzieller Kauf aussehen würde". Auch US-Außenminister Marco Rubio will kommende Woche in Washington mit seinem dänischen Amtskollegen über Grönland sprechen.
Umfragen zeichnen jedoch ein klares Bild: Zwar wünschen sich viele Grönländer langfristig die Unabhängigkeit von Dänemark, einen Beitritt zu den USA lehnt die überwiegende Mehrheit jedoch ab. Trotzdem gehen US-Strategen offenbar davon aus, dass finanzielle Anreize die Stimmung drehen könnten.
In Nuuk und Kopenhagen stoßen die US-Pläne auf entschiedenen Widerstand. Grönlands Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen stellte unmissverständlich klar: "Genug ist genug. Schluss mit den Annexionsfantasien." Auch die dänische Regierung betont, die Insel stehe nicht zum Verkauf.
Rückendeckung kommt aus Europa: Deutschland, Frankreich und Großbritannien erklärten gemeinsam, dass allein Grönland und Dänemark über ihre Beziehungen entscheiden dürften.
Brisant: In Washington werden laut Insidern nicht nur finanzielle Angebote diskutiert. Die US-Regierung prüft demnach mehrere Szenarien – darunter auch ein militärisches Eingreifen. Trump begründet sein Interesse seit Jahren mit der strategischen Lage Grönlands und den reichen Rohstoffvorkommen. "Es ist so strategisch", sagte er zuletzt.
Eine militärische Übernahme durch die USA würde das NATO-Bündnis massiv belasten und einen offenen Konflikt mit Europa riskieren. Derzeit ist Grönland ein autonomes Gebiet des Königreichs Dänemark, das weiterhin für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig ist.