Millionen Menschen in Gefahr

"Nur eine Frage der Zeit" – Neue Bedrohung für Grönland

Grönland ist nicht nur ins geopolitische Spannungsfeld mit ungewisser Zukunft geraten - auch in seinem Inneren droht eine kaum abschätzbare Gefahr.
Bernd Watzka
07.01.2026, 12:02
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Wissenschaftler schlagen Alarm: Eine riesige Eiskuppel unter Grönlands Inlandeis könnte bald zu schmelzen beginnen - mit dramatischen Folgen. Der sogenannte "Prudhoe-Dom" ist 2.500 Quadratkilometer groß, bis zu 500 Meter dick und könnte den Meeresspiegel weltweit um bis zu 73 Zentimeter anheben.

Zur Einordnung: Laut EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus wären bei jedem weiteren Zentimeter Anstieg rund sechs Millionen Menschen zusätzlich von Überschwemmungen betroffen.

Tiefenbohrungen mit verblüffendem Ergebnis

Die Warnung folgt auf eine Studie der Universität Buffalo und dem Projekt GreenDrill. Mit speziellen Bohrkernen aus 500 Metern Tiefe konnten Forscher zeigen, dass der Prudhoe-Dom bereits vor etwa 7.000 Jahren - im frühen Holozän - zuletzt geschmolzen ist. Damals war das Klima nur leicht wärmer als heute.

"Frage der Zeit, bis Eiskuppel schmilzt"

Die aktuellen Klima-Entwicklungen auf Grönland zeigten, wie "empfindlich die Eiskuppel auf milde Temperaturen reagiert", erklärt Geowissenschaftler Jason Briner. "Und angesichts des menschengemachten Klimawandels ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder schmilzt."

Weitere Bohrungen geplant

Wie geht es nun weiter? Das Forscher-Team will weitere Bohrungen vornehmen, um besser vorhersagen zu können, wann und wie stark das Eis auf die Klimakrise reagiert. Denn je wärmer es wird, desto instabiler wird auch Grönlands Inlandeis - mit globalen Auswirkungen. Fakt ist: Schon kleine Temperaturanstiege könnten eine Kettenreaktion auslösen und die Weltmeere schneller steigen lassen, als vielen lieb ist.

Grönland und der globale Klimawandel

Der Klimawandel lässt Grönland deutlich schneller erwärmen, wodurch der Eisschild in Rekordtempo schmilzt und spürbar zum globalen Meeresspiegelanstieg beiträgt. Gleichzeitig verändern sich die Meere rund um Grönland durch wärmeres, salzärmeres und saureres Wasser, was das Schmelzen weiter beschleunigt und Ökosysteme unter Druck setzt.

Für die Bevölkerung bedeutet der Rückgang von Meereis und Gletschern tiefgreifende Veränderungen im Alltag, in der Jagd und in der Fischerei, während Forscher massive Umbrüche in Landschaft, Tierwelt und Klima beobachten.

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