Die äußersten Ecken unseres Sonnensystems könnten lebendiger sein, als wir bisher dachten. Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in "Nature Astronomy", zeigt: Unter der Eiskruste einiger kleiner Monde könnten sich kochende Ozeane verbergen - angetrieben durch extreme Druckverhältnisse und Wärme aus dem Inneren.
Betroffen sind vor allem kleine, eisbedeckte Monde wie Enceladus und Mimas (Saturn) oder Miranda (Uranus). Forscher der University of California haben simuliert, was passiert, wenn sich unter der Eisschicht flüssiges Wasser bildet - und dabei festgestellt, dass der Druck so stark abfallen kann, dass das Wasser zu sieden beginnt.
"Es ist möglich, dass unter der Eisdecke Bedingungen herrschen, bei denen Wasser, Eis und Dampf gleichzeitig existieren", erklärt Studienleiter Max Rudolph. Das könnte geologische Phänomene wie Risse, Grate oder die berühmten "Tigerstreifen" auf Enceladus erklären.
Sogar der Mond Mimas, der lange als geologisch tot galt, könnte einen Ozean besitzen - trotz seiner kraterübersäten Oberfläche, die eher an einen Meteoriten erinnert. Die Bewegung des Mondes deute jedoch auf ein verborgenes Innenleben hin, so Rudolph.
Es gilt: Je kleiner der Mond, desto höher die Chance auf brodelndes Wasser: Größere Monde wie Titania hätten so hohen Druck, dass die Eisschicht reißen würde, bevor das Wasser sieden könnte.
Die Erkenntnisse helfen nicht nur, die Geologie dieser fernen Welten zu verstehen, sondern liefern auch Hinweise darauf, wo außerirdisches Leben möglich sein könnte. Fakt ist:
Was aussieht wie gefrorene Felsen im All, könnte brodelnde Ozeane in sich tragen - und vielleicht sogar Leben.