Sommerliche Hitze ist in weiten Teilen Europas zur Dauerbelastung geworden - jetzt zieht Spanien die Notbremse: Regierungschef Pedro Sánchez kündigte ein ganzes Netz an sogenannten Hitzeschutzräumen an. Diese sollen Menschen künftig vor den immer extremeren Temperaturen schützen.
"Dürre und Hitzewellen sind keine Ausnahmen mehr - sie sind zur neuen Normalität geworden", warnte Sánchez. In manchen Sommern gebe es nicht mehr mehrere Hitzewellen, sondern "eine einzige lange", die sich über Monate zieht. Spanien erlebt derzeit die Folgen der Klimakrise besonders deutlich.
Noch vor dem Sommer 2026 sollen in öffentlichen Gebäuden - wie Behörden, Schulen oder Bibliotheken - erste klimatisierte Schutzräume eingerichtet werden. Besonders belastete Wohngegenden sollen gezielt versorgt werden. Barcelona und das Baskenland sind mit Pilotprojekten schon einen Schritt voraus.
Der Handlungsdruck ist groß: Spanien verzeichnete heuer den heißesten Sommer seit Beginn der Klimaaufzeichnungen - mit 3.832 Hitzetoten zwischen Mai und September. Das sind fast 88 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der gesamte Mittelmeerraum gilt als Hotspot des Klimawandels - die Region erwärmt sich etwa 20 Prozent schneller als der globale Durchschnitt. Die Folgen sind bereits heute deutlich spürbar.
Wissenschaftler sehen einen klaren Zusammenhang mit der menschengemachten Erderwärmung. Neben Hitze drohen laut Experten auch mehr Unwetter und andere Klimaextreme. Fakt ist: Spanien wird zum Vorreiter im Kampf gegen Hitze - andere Länder könnten bald folgen.